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August 2019

MEHR DAVON, BITTE.

Absurde Festival-Traditionen mit Daseinsberechtigung. Verspätetes Responsive Design für glückliche Anwender. Hochzeiten ohne Verben aber mit viel Herz. Und das alles in einem Blogpost. Un-fass-bar? Dennoch wahr! Also alles andere als dumm, dieser August. Aber lest selbst.

Das Taubertal-Festival, der Hard Chor und die Sonntagsmesse
In meinem Freundeskreis steht ein Festival besonders hoch im Kurs – das Taubertal-Festival. Alljährlich pilgern wir ins Tal, schlagen unsere Zelte neben der Tauber, einem kleinen Nebenfluss des Mains auf und freuen uns auf ein paar gemütliche Tage mit Camping, viel Musik sowie auf die bevorstehende Quality Time mit Freunden. 

Was sich die letzten 10 Jahre etabliert hat ist die Sonntags-Biermesse die wir zusammen mit unserem Nachbarcamp aus Schweinfurt organisieren. Aus anfangs 10 Zuschauern sind wir mittlerweile bei einer ungefähren Besucherzahl von 350–400 angelangt. Wie das passieren konnte, wissen wir selbst nicht so genau, denn es hat eigentlich ganz harmlos angefangen ...

2010: Ich sage mit einem Augenzwinkern zu Daniel, der jahrelang als Messdiener tätig war, was er nun Taubertalsonntag macht, wenn er nicht zur Kirche gehen kann. Seine Antwort war: „Ich mache hier eine Messe. Eine Biermesse. Wenn du nachher kurz heimfährst, kannst du mir dann eine Bibel mitbringen?“ (aus beruflichen Gründen musste ich während des Festivals freitags kurz zu meinen Eltern nach Hause an den Laptop). Meine Mutter sah mich etwas komisch an, als sie mir ihre Konfirmationsbibel in die Hand drückte und mich fragte, was genau ich mit einer Bibel auf einem Festival wolle. „Die ist für Daniel.“ sagte ich, „Er will etwas predigen.“ ¯\_(ツ)_/¯ ... längst nicht das Absurdeste was meine Eltern erlebt haben, weswegen die Bibel mit zum Festival durfte. 

Sonntags war es dann so weit. Gepredigt wurde die Hure Babylon (NT, Offenbarung des Johannes, Kapitel 17/18), ein für ein Festival passendes Storytelling. Ein riesiger Kelch, die Vase des Zeltnachbarn gefüllt mit einem Liter Sangria, diente als Messwein für das Abendmahl. 10 Zuschauer – das war der Anfang.

Im Verglich dazu dieses Jahr: Armbänder für alle ca. 350 Messebesucher, beschriftet mit dem Motto der Messe (im Vorjahr sogar 300 von Schweinfurt handgeknüpfte Freundschaftsbändchen), handsignierte Autogrammkarten von Daniel, 300 € in der Kollekte (die wir komplett in die nächste Messe investieren) und ein Männerchor, der Hard Chor + Damenanteil als Support beim schwierigsten Song den wir jemals performten: Poker Face von Lady Gaga.

Seit erscheinen des Männerchors während der Biermesse fungiere ich als Dirigent – ich treffe halt einfach keinen Ton, deshalb fuchtle ich alternativ mit meinem Hering als Taktstockersatz herum – wenn auch das nicht immer richtig. Auch die Songauswahl des Männerchors geht, bedingt durch die Dirigententätigkeit, oft auf meine Kappe – allerdings nicht dieses Jahr. Neben Pokerface (von Daniel gewünscht), hatte unser einziges weibliches Männerchormitglied, die wir liebevoll „Manfred“ getauft haben, den Gospelsong „Oh Happy Day“ umgetextet in „Oh Taubertal“. Außerdem sagen wir zwischen den einzelnen Absätzen der diesjährigen Predigt das Lied „My Heart Will Go On“ von Celine Dion, da der Song perfekt zum Messemotto passte.

Weil Daniel dieses Jahr nebst Meisterschule, Hochzeit und Hausbau verständlicherweise keine Zeit gefunden hatte sich über die Predigt Gedanken zu machen, kommt diese und das daraus entstandene Messemotto 2019 ausnahmsweise aus meiner Feder. Das Motto lautete „Segel – Kompass – Anker“ und zog sich durch die komplette Messe. Wie oben schon erwähnt fand es auf den Armbändern für die Messebesucher Verwendung. Die Idee Armbänder zu gestalten sowie die Kalligrafie der 3 Schlagworte stammen von "m.art - Miriam Popov" auf Instagram mirischreibt aus dem Schweinfurter Nachbarcamp. Die Typografie der Koordinaten und den Satz des Layouts übernahm ich – ein schönes Partnerprojekt mit passender Visualisierung  zum Predigttext:

Segel – Kompass – Anker
Ich öffne mit einem Zitat von keinem geringeren als Christoph fucking Kolumbus: „Und die See gibt ihnen neue Hoffnung, wie die Nacht ihnen neue Träume bringt.“

Wenn wir davon ausgehen, dass das Taubertal-Festival die See darstellt, stehen wir für die Matrosen. Was würden wir als Matrosen benötigen, um mit unserem Boot namens Hoffnung in See zu stechen, die Leinen loszulassen und uns auf die rauen Gewässer des Lebens zu wagen? Es sind 3 Komponenten die unsere Träume und unsere Vorstellungen zur Realität werden lassen.

Die erste Komponente ist: Das Segel
Alljährlich gehen wir an Deck, hissen die Segel und machen uns auf die Reise. Oft ist der Weg ins Tal beschwerlich, aber eine innere Unruhe treibt uns voran. Es ist die gleiche Unruhe, die uns schon Nächte vorher – erfüllt von Vorfreude – nicht einschlafen lässt. Sie sorgt für Hummeln im Arsch während man auf gepackten Koffern sitzt und sehnsüchtig der Lieblingsband und den Festivalaktivitäten entgegenfiebert. STILL JETZT UNRUHE und auf zu den wohlbekannten Ufern unseres Jungbrunnens – der Tauber.

Die zweite Komponente ist: Der Kompass
Wo soll man hin? Diese Frage stellt sich hier niemand, denn der Weg ist klar. Unser innerer Kompass zeigt uns den Weg. Er allein bringt uns zum Ziel und geleitet uns sicheren Weges. Er bestimmt was wir tun, wie wir handeln und er bestimmt über unseren Erfolg. „Erfolg auf einem Festival?“ werdet ihr mich nun fragen. Sicherlich! Hier ein paar Beispiele: regiert vom Bier hat SIE es end-lich geschafft IHN abzuschleppen. Oder ER – gestern waren es so viel Bier wie noch nie – meinen Glückwunsch! Oder DU – ich habe noch NIE jemanden so kotzen sehen – du erfüllst mich mit Stolz.

Die dritte und letzte Komponente ist: Der Anker
Hier angekommen werfen wir den Anker aus und gehen an Land. Für manche ist dieses Land Neuland – für Andere längst ein sicherer Hafen. Ein Ritual – und das seit vielen Jahren. Von hier weht uns kein Sturm fort, denn der Anker hält uns sicher an Ort und Stelle – mit seinem ganzen Gewicht – er sichert uns – gibt uns ein Gefühl von Vertrautheit die wir nichtmehr missen möchten. Anker – halte uns! Festige uns! Und stärke uns, um auch 2020 die 4 schönsten Tage im Jahr unbeschadet zu überstehen. Lasset uns beten ...

Nach der Predigt folgte das Bierunser (ein Vaterunser umgetextet auf Bier). Anschließend vollzog Daniel eine Taubertal-Trauung und die traditionelle Taubertal-Taufe, bei der sich alle Neuankömmlinge um ein Planschbecken stellen, in das Daniel einen waghalsigen Sprung aus 1,5 m Höhe wagt und in dem er mit einer Arschbombe landet ... was soll man dazu anderes sagen außer: the same procedure as every year ...


auslözer.de goes responsive – und alle so: WOW!
Auch ich hab es endlich mal geschafft meine Homepage für mobile Endgeräte zu optimieren bzw. optimieren zu lassen. Mein geduldiger Programmierer, herzlichen Dank an dieser Stelle, hat ganze Arbeit geleistet. Geduldig deshalb, weil für mich immer alles hundertprozentig passen muss ehe es live geht und das ist kein einfaches Unterfangen. Es kam nicht erst einmal vor, dass ich ihn gebrieft habe, er es umgesetzt hat und mir das Ergebnis nicht zugesagt hat – die Lösung die danach kommt trifft dann eigentlich immer zielsicher ins Schwarze. Besonders gut gefällt mir in der mobilen Version meiner Website der Floating Action Button unten rechts hinter dem sich die Navigation versteckt. Er taucht nur in der Smartphone Variante auf und ist ein Element das meines Wissens bisher nur selten benutzt wird.
Im Moment feilen wir gerade noch an Blog-Seite, diese wird zeitnah auch in ähnlicher Kacheloptik der Startseite dargestellt sein und zudem eine Subnavigation bekommen, um die Blogartikel nach Kategorien sortieren zu können – seid gespannt.


Zwei schöne Sommerhochzeiten
Ganz ohne Verben! Und los:

Julia & Sascha
Einladungskarte: Gestaltung von AUSLÖZER. 7 Kollegen aus Agenturtagen. Jetzt Freunde. Das Herz der Freundschaft? Die Braut! Trauung im Freien unter dem Motto „Today: the Greatest.“ oder so ähnlich. Gitarrenspiel mit Gesang – wunderschön. Kaffee und Kuchen – lecker. Rede des Bräutigams – emotional. Essen vom Grill und Salate vom Buffet – hervorragend. Die Tanzfläche – draußen (bis 5 Uhr morgens Hochbetrieb). Wirklich nur nette Gäste. Taxi zur Unterkunft. 6 Freunde wie Zombies im Treppenhaus in einer Jugendherberge in Singen: 6-Bett-Zimmer. Gute Nacht.

Claudi & Patrick
Hochzeitsparty im alten Bahnhof in Gerabronn. Sektempfang und Butterbrezeln. Flecken auf Katjas Kleid (wegen Deborah). Abendessen: Churrasco – brasilianische Fleischspieße. Flecken auf meiner Krawatte und auf meinem Hemd (wegen der tollpatschigen Kellnerin). 3 Lieder des Gesangsvereins. Comedy-Auftritt in Mundart. Eröffnung der Selbstbedienungs-Cocktailbar. Cocktailrezepte: Gestaltung von AUSLÖZER. Gute Gespräche mit alten Freunden bis spät in die Nacht. Heimweg zu fünft. Flecken auf der Straße (wegen der Cocktails) – aber nicht von mir.

Ausblick September 2019 
Über folgende Themen berichte ich im Rückblick September: 

  • 1 Jahr AUSLÖZER-Blog: was sich verändert hat und wie es weitergeht. 
  • Fränkisches Volksfest in Crailsheim – ein Pflichttermin. 
  • Glatzenalarm – Hilfe, ich bin in der Mauser.