Januar-März 2023

BERGAUF

Zusammengefasst war das erste Quartal eine Berg- und Talfahrt, wie ich sie noch nie erlebt habe. Tal: weggebrochene Aufträge im 5-stelligen Bereich, kniffliges Zwischenmenschliches und ein kleiner Nervenzusammenbruch. Auf alles erwähnte werde ich nicht genauer eingehen, meine Bergfahrten lest ihr hier. (Lesezeit ca. 12 Minuten)


Hautfaltenmessung bei Steffi Hübner von Athletik Rebell
Seit ich 23 bin trainiere ich. Sehr lange mit mäßigem Erfolg. Irgendetwas machte ich offensichtlich falsch. Nachdem ich mich die letzten paar Jahre mit meiner Trainingsmoral auseinandergesetzt hatte, mithilfe eines Personal Trainers und mit meinem sozialen Umfeld, das von vielen Sportbegeisterten beseelt ist, habe ich mein Mindset diesbezüglich felsenfest im Griff. Aber das ist nur die halbe Miete. Die gleiche Disziplin muss auch bei der Ernährung her. Über Empfehlungen kam ich zu Steffi Hübner von Athletik Rebell. Ihr „12 Wochen Body Comp Programm“ vereint  Hautfaltenmessungen, Trainings- und Ernährungspläne. Die perfekte Kombination, um näher an meine Trainingsziele heranzukommen. Dass Steffi und ich zudem auf einer Wellenlänge sind und sie genau weiß, wie man mit ungeduldigen Menschen wie mir umgeht, war mir zu dem Zeitpunkt nicht klar – ist aber definitiv der Fall.

Ende Dezember stand meine erste Hautfaltenmessung an. Steffi setzte ihren Fat Caliper (die Körperfettzange zur Messung der Hautfaltendicke) an 13 Stellen an, um meinen Körperfettanteil zu bestimmen. Sie brachte die Werte ins Verhältnis zueinander und maß 20,4 Prozent Körperfett. Schon nicht wenig, allerdings für mein Alter noch im Rahmen. Das Ergebnis zeigte, dass mein Fettanteil am Bauch größer als an der Hüfte war, was bedeutet, dass ich öfters stressigen Situationen ausgesetzt bin. Der Anamnesebogen verriet ihr zusätzlich, dass ich durch zu viel und zu spät getrunkenen Kaffee schlecht schlief.

Die ersten Maßnahmen waren so harmlos, dass ich dachte „Was soll da die Herausforderung sein?“. Wie gut ich mich irren kann.

To do's Monat 1:
Nach dem Aufstehen ein großes Glas lauwarmes Zitronenwasser mit Himalaya-Salz (Wasser: wirkt gegen die Dehydrierung über Nacht. Salz: nährt und entlastet die Nebenniere. Diese ist unter anderem auch für die Produktion des Stresshormons Cortisol zuständig. Die Zitrone wirkt basisch und bringt den pH-Wert wieder ins Gleichgewicht). Zudem keine Kohlenhydrate zum Frühstück, der letzte Kaffee um 13 Uhr und Süßkram erst ab 12 Uhr. „Easy“, dachte ich und zog die Ernährungsumstellung 4 Wochen problemlos durch. Ein gängiges Frühstück war zum Beispiel Rucolasalat mit Carpaccio, Parmesan, Spiegeleiern und gerösteten Pinienkernen (s. oben). Ein Cheat-Meal pro Woche war erlaubt, meine Wahl fiel auf Pizza.
Beim Training lief es wegen Terminen, Erkältung (Corona) und Stress anfangs etwas holprig, pendelte sich aber ein. Seit Beginn des Programms trainiere ich mit den abwechslungsreichsten Trainingsplänen die ich jemals bekommen habe. Zum ersten Mal gehe voller Motivation an die Übungen heran.

To do's Monat 2:
Zitronenwasser mit Himalaya-Salz und der letzte Kaffee um 13 Uhr blieben. Süßkram erst ab 16 Uhr und keine Kohlenhydrate zum Frühstück UND zum Mittagessen. „Ok, das ist triky.“ dachte ich, nahm die Herausforderung aber an und ergänzte freiwillig den Teil, der eigentlich erst im Folgemonat kommen sollte: abends Kohlenhydrate, aber keine/wenig Fette und kein Alkohol. Dieser große und selbstauferlegte Sprung der Ernährungsumstellung, hat mich etwas ins straucheln gebracht. Vielleicht habe ich mir da zu viel zugetraut. Ich vermisste meinen Nachmittagskaffee, blieb aber standhaft und tröstete mich mit Entkoffeiniertem zu einem gelegentlichen Stück Kuchen um 16 Uhr. Frühstück und Mittagessen ohne Kohlenhydrate gingen einigermaßen gut (allerdings nicht in Restaurants). Nur: wie isst man abends High Carb/Low Fat? Beim Abendessen gingen mir schnell die Ideen aus. Außer Kartoffeln mit Quark und Nudeln mit Tomatensoße viel mir nicht wirklich etwas ein – Steffi hatte zum Glück hilfreiche Ideen. Die Cheat-Pizza einmal pro Woche durfte bleiben. Alles in allem fiel mir wie oben schon angedeutet der ganze Verzicht und die Umstellungen jedoch sehr sehr schwer, und setzten mich auch extrem unter Druck. Der Druck verwandelte sich in Stress und der führte wiederum dazu, dass die zweite Hautfaltenmessung so gut wie unveränderte Ergebnisse zeigte (19,9 Prozent Körperfett).
Doch was soll ich sagen? Mein Energielevel ging durch die Decke. Ich ging um 22 Uhr ins Bett, schlief seit Jahren durch und startete meine Tage um 5 Uhr morgens. Es war überragend.
Auch das Training flutschte. Ich freute mich viermal die Woche auf Übungen, mit denen man mich vor einem Jahr noch hätte jagen können. Klimmzüge stellten für mich keine Hürde mehr dar, ich machte sie einfach. Beim Bankdrücken habe ich noch nie über 80 Kilo gedrückt, das ging jetzt. Ich merkte in vielen Bereichen einen richtigen Fortschritt.

To do's Monat 3:
Ernährung großteils wie in Monat 2, weil ich den Teil mit abends High Carb/Low Fat  und den Verzicht auf Alkohol bereits eingeführt hatte. Einzige zusätzliche Veränderung war, dass Süßkram erst nach dem Abendessen verzehrt werden durfte, und das in Maßen. Um Gelüste in den Griff zu bekommen sollte Bittertee helfen, tat er auch. Die Ernährung (sowie das Training) liefen nunmehr unter der Prämisse: Progression vor Perfektion. So war ich nichtmehr ganz so streng zu mir selbst und begann nach Rücksprache mit Steffi mit mehreren kleinen und sehr kontrollierten Cheat-Meals:  zum Beispiel eine Ecke Schokolade nach dem Mittagessen, oder ein „normaler Lunch“ im Business-Kontext, oder ein Stück Kuchen in guter Gesellschaft …
Die dritte Hautfaltenmessung ergab, dass ich derzeit bei 18 Prozent Körperfett stehe, bei mehr Gewicht als im Dezember. Ich konnte also Muskeln aufbauen und mein Körperfett reduzieren.
Training: Optisch bin ich aktuell noch nicht zufrieden, obwohl ich breiter geworden bin und ich auch merke, dass meine Kraft zugenommen hat.
Mein Energielevel ist immer noch hervorragend, aber nicht mehr ganz so krass, dass ich um 5 Uhr aufstehe. Das liegt vermutlich an der Kombination Heuschnupfen und Zeitumstellung.

Als sich Steffi diese Woche meldete, und wissen wollte, wie es nach der nächsten und finalen Hautmessung weitergeht, war meine Antwort klar: „Ich sehe hier noch keine Abs. Wir machen natürlich weiter.“


Endlich wieder Wintersport: Brandnertal, Mellau und Flachau
Gleich drei Mal gönnte ich mir diese Saison Aufenthalte in den Bergen.

1. Brandnertal in Österreich mit den Jungs vom Sport Mitte Januar
Highlights: Vincents Tartiflette, eine der nicesten Unterkünfte die ich bisher bewohnen durfte und die Freude in den Gesichtern der Teilnehmer des Königswasser-Turniers zu sehen – Königswasser: Ein selbstentwickeltes Spiel, das man gespielt haben muss, um die Leidenschaft dafür zu erwecken – ich suche meine noch …

2. Zehn Tage später ging es nach Mellau/Damüls mit Christoph
Ein schöner Tagesausflug mit verrücktem Wetter, vielen geschlossenen Liften und guten Gesprächen.


3. Flachau mit den üblichen Verdächtigen Anfang Februar
Alle Jahre wieder. Immer wieder. Schön waren die Deep Talks und wieder normal Après-Ski feiern zu können. Nicht so schön war die Corona-Infektion nach dem Wochenende – auch alle Jahre wieder.


Projekte für die GTÜ
Für die GTÜ stehen jedes Jahr schöne und abwechslungsreiche Projekte an. Unter anderem der Motorsportkalender, das Bildungsprogramm für Prüfingenieure, der Werbemittelkatalog und diverse Broschüren wie zum Beispiel die IAA-Broschüre. Dieses Jahr sind dann noch überraschend ein Beachvolleyball-Kalender und die Printmedien für den GTÜ Bundeskongress in Düsseldorf dazugekommen an denen ich aktuell zu Gange bin.

Ein besonders schönes Projekt war das Caravaning Magazin – für mich als Editorial-Designer natürlich ganz besondere Spielwiese zum Austoben in einem sonst eher klar-definierten und wiedererkennbarem Look. Die Die Wiedererkennung zu anderen GTÜ-Werbemitteln ist nach wie vor gegeben, dennoch konnte ich „magazinige“ Designelemente unterbringen und dynamische Typografie in das Produkt integrieren. Hier ist das Ergebnis:


Outdoor-Bodenaufkleber für die Raiffeisenbank
Zu Fasching hat sich die Raiffeisenbank Frankenhardt-Stimpfach Bodenaufkleber mit aufmerksamkeitsstarken Sprüchen gewünscht. Gesagt, getan. Die Platzierung der Aufkleber sollte so gewählt werden, dass sie möglichst viele Leute sehen. Die Auswahl fiel auf öffentlich zugängliche Areale, wie zum Beispiel vor der Grundschule, auf dem Platz vor der Halle in der die Prunksitzung stattfand, vor der Kirche, der Bank und dem Rathaus. Laut meines Kunden sorgten die Bodenaufkleber für positive Resonanz und gute Stimmung bei den Narren – so sollte es sein! Nachfolgend die Aufkleber:


Mein Patenkind Elli
Jetzt ist es offiziell. Ich wurde ein weiteres Mal Taufzeuge – ein Dout – wie wir bei uns in der Familie sagen. Taufzeuge und nicht Taufpate deshalb, weil ich aus der Kirche schon seit fast 10 Jahre ausgetreten bin. Nadine und Evelio fragten mich Mitte Februar, ob ich das Amt antreten möchte, und der Taufzeuge ihrer zweiten Tochter Elli werden will – ich nahm natürlich an. 
„Weißt du was es bedeutet, Patenonkel zu sein“, fragte mich Evelio. „Ja“, antwortete ich mit Elli auf dem Arm und fuhr fort: „ethische und moralische Bildung … ein Stück weit Miterziehen …“ – „Und christliche Werte näherbringen“ ergänzte Evelio. Christliche Werte finde ich übrigens nach wie vor gut.
Nachdem mich Nadine und Evelio fragten, ob ich gerne Taufzeuge sein würde, fühlte ich mich – und das bis heute – sehr wertgeschätzt, dass meine Freunde mir diese Verantwortung übertragen und so viel von mir halten. Ein Kompliment der besonderen Art, denn im Grunde genommen holt man somit einen Freund zu sich in die Familie – und als jemand, der keine Geschwister hat, bedeutet mir das unglaublich viel.
„Zeig ihr einfach, wie man Spaß im Leben hat.“, sagte Nadine lächelnd und traf damit bei mir einen Nerv, indem sie mir erlaubte meine Maxime, meine oberste persönliche Lebensregel an ihre Tochter weiterzutragen, und mir an diesem Tag damit gleich das zweite Geschenk machte. Der hedonistische Onkel hat ab jetzt eine Mission.


Ausblick April–Juni 2023
Über folgende Themen berichte ich im Rückblick April–Juni:

  • Neue Homepages für den Tanzsportclub Wallhausen und SHAKEN STIRRED
  • Neue Logos für Kuhn & Chakirli sowie Karin Weber
  • Neue Lernplattform: Baden-Württemberg entdecken
  • Neues im Bücherregal
  • Neulich beim Southside Festival