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CORONA-FERSE

BISSCHEN EMO GEHT ...

Jetzt wird’s emotional. Und dann war’s das mit dem C-Thema für mich. Ich werde nicht mehr darüber schreiben, und nur in Ausnahmen darüber reden. Word! Das Gedicht schrieb ich während des ersten Lockdowns und ich wollte es euch nicht vorenthalten.


CORONA-FERSE

2020 fängt wie immer an:
mit Kraft, und Schwung, und Tatendrang.
Ein paar schöne Wintertage,
ahnungslos und ohne Klage.

Plötzlich kündigt sich was an –
News aus China, aus Wuhan:
Jemand aß ne Fledermaus
und danach brach ein Virus aus?

Jaja denkt man und rollt die Augen –
man kann und will es gar nicht glauben
als das Virus weiterzog
und alles aus den Angeln hob.

Das schlimmste an dem ganzen Mist
und was die Welt nie mehr vergisst:
Das Virus kostet viele Leben –
Heilung muss her, es muss was geben!

Krankenhäuser – überlastet,
Menschenwürde – angetastet!
Ausgangssperren sind verhängt,
man bleibt zuhause – eingeengt!

Der Gesundheit zuliebe Sozialtod für alle.
Wir sitzen wahrlich in der Falle.
Doch Corona ist das scheiß egal,
Tod, Leid, Sehnsucht – überall.

Die Wirtschaft trifft es auch fatal.
Für Unternehmer eine Qual,
dass Corona durch die Straßen weht
und die Zeit nur zäh vergeht.

Auch ich kämpf’ einen inn’ren Streit,
dieser nennt sich Selbstmitleid.
Verbot und Einschränkung en masse,
wo bleibt da noch der ganze Spaß?

Der Urlaub war zum greifen nah
und ist jetzt plötzlich gar nicht da?
Dacht immer man erntet was man säht,
doch dieser Lohn kommt wenn, erst spät.

Kein Festival und auch kein Moshpit –
ersatzweise gibt’s Masken-Shit?
Der Punk in mir muss oft laut schnauben ...
ein Virus kann auch Freiheit rauben.

Ganz großes Kino – nur ohne Saal,
der Film der läuft ist katastrophal.
Theater für Affen, man hält es kaum aus
Politik hilf – hol’ uns da raus!

Corona trifft ’nen Nerv – und keinen guten.
Ist das noch lange zuzumuten?
Leben, Wirtschaft, Freuden – ausgemerzt!
Streich’ Achilles – die Corona-Ferse schmerzt.