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Dezember 2019

DAS NEUE JAHRZEHNT KANN KOMMEN

Ich kann es kaum erwarten, was die „Golden Twenties 2.0“ für uns bereithalten. Aber jetzt gibt es erstmal noch einiges über den Dezember zu berichten: Ein Businessplan, eine Vorlesung an der Hochschule für Kommunikation und Gestaltung und wie man eigentlich Silvester feiern sollte, lest ihr hier.

Businessplan: Fokus. Arschbacken zusammenkneifen. Und endlich abliefern!
Die Endjahresruhe habe ich genutzt um aufzuräumen: Ich habe die Stapel auf meinem Schreibtisch bis auf ein Minimum reduziert, um unbelastet und stressfrei ins neue Jahr starten zu können, zudem habe ich den Kleiderschrank und das Büro ausgemistet und ich habe mich nach längerer Zeit auch mal wieder um meinen Businessplan gekümmert, um mein neustes Projekt ab 2020 endlich angehen zu können. 

Den Meisten habe ich diesbezüglich schon ein Ohr abgekaut. Mögliche Probleme und Risiken, aber auch Chancen und Ideen wurden diskutiert. Sogar eine befreundete Unternehmensberaterin habe ich mit ins Boot geholt, die mir mit Rat und Tat zur Seite steht – Danke an der Stelle, Tamara. 

Wenn ich das Thema bei mancher meiner Freunde anspreche kann ich beobachten, wie vor lauter Euphorie und dem Redeschwall meinerseits deren Ohren anfangen zu bluten, und sich die Augen nach hinten verdrehen – ich habe es schon so häufig angesprochen, dass sie es stellenweise nicht mehr hören können. Ich möchte mich aber dadurch einfach für alle Eventualitäten rüsten, denn das Konzept muss rundum schlüssig sein. Zudem ist das Erzählen über das Projekt auch eine Art Antrieb für mich. Je mehr es wissen, desto mehr pusht es mich mein Vorhaben auch in die Tat umzusetzen. 

Mein neues Projekt nennt sich DIE ÖZEREI und ist im weitesten Sinne ein Coworking Space – aber anders: offener, kreativer und genau so wie Coworking eigentlich sein sollte.

„Neues Arbeiten“ heißen die magischen Worte die schon jetzt in aller Munde und deshalb natürlich auch in Stuttgart nicht mehr fremd sind. Genau deshalb muss sich DIE ÖZEREI von vorhandenen New-Work-Konzepten abheben.

Der Businessplan ist sehr komplex, und deshalb noch nicht ganz fertig. Aber er ist in den letzten Zügen – deswegen will ich noch nicht zu viel verraten. Aber bald. 

Ob DIE ÖZEREI schon 2020 das Licht der Welt erblickt, steht in den Sternen. Gewerbeimmobilien zentral in Stuttgart gelegen, zudem erschwinglich und optisch ansprechend sind rar. Finanzielle Mittel müssen bei Banken beantragt oder über Sponsoren beschafft werden – und auch das ist ein mühsamer Prozess. Dennoch bin ich optimistisch und begebe mich dieses Jahr auf den steinigen Weg der sich hoffentlich in nicht allzu ferner Zukunft ebnet und geradewegs zu meiner ÖZEREI führt.

Ihr kennt Menschen mit Interesse an kultureller und kreativer Arbeit in und um Stuttgart herum die Lust haben ein Projekt für die Landeshautstadt mit finanziellen Mitteln zu unterstützen? Dann stellt gerne den Kontakt her, ich würde mich freuen – und bis dahin liegt der fertige Businessplan auch auf jeden Fall bereit.

Die alljährliche Vorlesung bei Judith Sympatexter Peters.
9 Uhr. Eingang einer WhatsApp-Nachricht von Judith: Bisher sind drei Studenten da. Ich habe die Hoffnung, dass es noch fünf werden. (Dazu ein Emoticon-Äffchen, das sich die Augen zuhält)
Ich so: Passt zur Woche. (Die super-chaotisch war)
Judith um 9.30 Uhr: Es sind schon sieben.
Ich so: Cool. 

Eine Stunde später erwarteten mich 9 Student/-innen. „Immerhin“, denke ich und darf gleich starten, nachdem ein Student seinen Vortrag beendet hatte. 

Es ist der letzte Vorlesungstag für die Studierenden – sogar der letzte des Jahrzehnts – und sie befinden sich gefühlt schon ich den Weihnachtsferien. Das merkt man. Die Aufmerksamkeitsspanne ist sehr kurz. Es wird geflüstert und auf Blöcken herumgekritzelt. „Hm. Anders als bisher“, stelle ich fest. 

Judith und ich hatten uns für die diesjährige Vorlesung ein neues Thema überlegt. In den Jahren zuvor handelte es immer von Akquise und Claim-Entwicklung. Dieses Mal sollte es um Selbstständigkeit, Markenbildung und Online Marketing gehen. Da ich die Präsentation extra für diese Vorlesung erstellt hatte, war es mir wichtig, dass auch alle zuhören. Wie sich im Nachhinein herausstellte spielen viele mit dem Gedanken nach dem Studium direkt den Schritt in die Selbstständigkeit zu gehen.

Ich musste gefühlt 10 Minuten „kämpfen“, um mir Gehör zu verschaffen. Zeigte zum Beispiel mit einem Fingerschnipsen auf die Flüsterer und hakte nach, ob es Fragen zu eben Gesagtem gäbe. Einmal, zweimal, dreimal. Dann war einigermaßen Ruhe und mit dem Voranschreiten meiner Folien stieg stetig die Aufmerksamkeit. 

Ich visualisierte das Für und Wider der Selbstständigkeit – alle Vorzüge aber auch die Schattenseiten. Erklärte, wie ich die Marke AUSLÖZER aufbaute und sie lebe, zeigte meinen Blog, las aus unterschiedlichen Artikeln vor und holte damit die Student/-innen ab, bis sie an meinen Lippen hingen.

Die Fragerunde nach der Präsentation im Vergleich zu denen der vorherigen Semester dauerte ungewöhnlich lange. Das anfängliche Desinteresse war wie weggeblasen. „Wo hast du studiert?“, „Wie viel verdienst du?“ und „Wo siehst du dich in 10 Jahren?“ waren nur ein paar der Fragen.

Die Vorlesung als GastDÖZent mache ich ehrenamtlich – und das sehr gerne. Ich mag es, Wissen weiterzugeben. Vor allem an junge Kreative. Der Grund ist folgender: Kreativität kann man nicht erlernen. Man hat sie, oder man hat sie nicht (ein gesonderter Blogartikel dazu kommt zeitnah). Aber man kann Kreativität fördern und aufbauen und Kreativtechniken schulen. Man kann zeigen, wie man konservative Wege kreativ geht und aus „alt und schrumpelig“ „geil und neu“ macht. Kreative sind da, um die Welt mit Fehlendem zu bereichern – und ich wünschte, ich hätte das noch früher erkannt, umgesetzt und weitergegeben – an dieser "Mission" bleibe ich auf jeden Fall dran.

Silvester, du bist ’ne Diva. Und keine schöne.
Oder auch: Die hässlichste Party des Jahres, wie mein Buddy und Coach Max es unlängst nannte und es damit auf den Punkt brachte. 

Man ist gesellschaftlich ja schon fast dazu gezwungen zu feiern – es ist ein MUSS: Es MUSS Raclette oder Fondue geben – ein furchtbares Gefräß, echt nicht lecker, es dauert ewig und ist meiner Meinung nach völlig überbewertet. Man MUSS sich betrinken, weil man DIE Party des Jahres haben möchte und weil man es wegen zu langer Wartezeit während des Fondue- oder Raclette-Dinners nicht anders aushält. Und man MUSS böllern, weil das sonst kein richtiges Silvester wäre und um die bösen Fondue- und Raclette-Geister mindestens ein ganzes Jahr zu verscheuchen.

Der volle Quatsch. Man MUSS gar nichts. Hier einige Vorschläge, wie man Silvester verbringen kann und was man alternativ zum Essen serviert.

  • Verreisen:
    Das mache ich eigentlich am liebsten über Silvester. Die Essensfrage klärt sich schnell, weil man sich etwas auf die Hand holt oder in ein Restaurant geht. Der Urlaub steht im Vordergrund und die Party nimmt man halt mit. Um das Feuerwerk kümmern sich andere und man pflegt auch eine gewisse Unbeschwertheit während des Trips – „Keine Termine und leicht einen sitzen.“ wie Harald Juhnke einst sagte.
     
  • Können teilen: 
    Die Idee kommt nicht von mir, aber ich finde sie so großartig, dass ich davon erzählen will. Ich hatte sie vor ein paar Jahren auf dem Blog von Simon Lohmeyer (GQ Supertramp) gelesen. Er verbrachte die Tage um Silvester mit Freunden in einem Ferienhaus. Aufgabe aller Anwesenden war es, die eigene besondere Fähigkeit den Freunden während der gemeinsamen Tage beizubringen. Beispielsweise leckere Drinks mixen, Yoga, Zeichnen oder Bogenschießen. Dieses Lohmeyer’sche Jahreswechsel-Prinzip würde ich auch sehr gerne mal ausprobieren, stieß aber bisher auf taube Ohren und auf Begründungen wie: „Ich kann doch nichts ...“ – ähm doch, jeder kann irgendetwas – also los! Wer kommt mit, wo fahren wir hin und was lehrt ihr? 
     
  • Bier und Pizza:
    Jahreswechsel von 2016 auf 2017. Gleichgesinnte die keinen Silvesterplan und keinen Bock auf das Fest der Feste hatten, fanden sich genug. Also lud ich ein. Zu Bier und Pizza. Zugegeben etwas unkonventionell, aber es kam gut an. Steffi brachte Nachtisch im Glas mit. Und Fertig. Um halb 12 machten wir uns auf zur Karlshöhe, einer Anhöhe in Stuttgart, schauten uns das Feuerwerk im Kessel an und liefen dann weiter in den Club Zwölfzehn, der dort eine der letzten Partys vor dem Closing feierte. Ein herrlich unkomplizierter und völlig normaler Abend mit engen Freunden, Fastfood und tanzbaren Beats. Einfach gut.
     
  • Fingerfood-Buffet:
    Katja hat sich dieses Jahr selbst übertroffen. Es gab so viele nice Kleinigkeiten – angefangen bei Pizzabrötchen, über Køttbullar, Flammkuchen und Würstchen im Schlafrock, bis hin zu Lachsröllchen und zum Schokofondue (das einzig nette Fondue) blieben keine kulinarischen Wünsche offen. Das Gute war auch, dass es keine Sitzplätze an einem Esstisch gab. Dadurch waren alle in Bewegung und man konnte sich mit jedem Unterhalten. Sehr viel besser geht fast nicht. Das Fest an sich war super entspannt, mit einem lustigen Missgeschick nachts um 3 Uhr. Ich sag nur „Poledance-Stange“, „Schnapsregal“ und „Scherben bringen Glück“. 

Ihr Özeristen da draußen, ich wünsche euch ein schönes neues Jahr mit all seinen Vorzügen, mit 1.000 unvergesslichen Momenten und einem guten Start in ein Jahrzehnt, das noch grandiözer wird, als ihr es euch aktuell vorstellt. Danke für euren Support, die abwechslungsreichen und herausfordernden Projekte, die schönen Feste, die netten Worte und Danke für den ganz normalen Wahnsinn, den wir auch 2020 zusammen meistern werden.


Ausblick Januar 2020 
Über folgende Themen berichte ich im Rückblick Januar: 

  • Klassentreffen – 20 Jahre danach.
  • Haupthaar – der aktuelle Stand.
  • Spontan in die Berge. Geht das?