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Juni 2019

C’MON SOMMER – BITTE ROCK MICH

Also wettertechnisch mein ich jetzt. Zugegeben, ein paar Tage war das Wetter schon sehr nice. Aber soll es das gewesen sein? Da geht noch was, würde ich sagen. Im Gegensatz zum Klima klingt mein Sommeranfang beruflich und privat nach Rock ’n’ Roll – aber lest selbst.

People-Shooting in Crailsheim mit Blende 8 
Seit 2014 arbeite ich regelmäßig mit dem in Crailsheim ansässigen Norman Linder vom Blende 8 – Fotostudio zusammen. Ich hatte damals das neue Corporate Design und das dazugehörige Bildkonzept für die Stadt Crailsheim erstellt. Schnell war mir klar, dass für die Porträtaufnahmen, welche die neuen Werbemittel zieren sollten, Norman genau der richtige ist. Mittlerweile sind wir ein eingespieltes Team. Norman kennt meinen Stil, akzeptiert meinen Perfektionismus (sehr geschönt ausgedrückt) und setzt meine Vorstellungen genau um. Besser geht es nicht. Ende Juni fotografierten wir, wie seit 2014 jedes Jahr, drei Schüler*innen für die Broschüre Crailsheim Mitte. Auch meine Kundin Katja vom Jugendbüro ist alljährlich beim Shooting anwesend und steht den Models mit Rat und Tat und nicht zuletzt als Bezugsperson zur Seite. Die Schülerinnen und Schüler werden auf dem Cover (als Gruppenbild) und dem Back Cover (auf Porträts) abgebildet. Der Inhalt der Broschüre sind die unterschiedlichen und abwechslungsreichen Kurs- und AG-Angebote für alle Schüler und Schülerinnen der drei Schulen, die sich in Crailsheim Mitte befinden (ein Gymnasium, eine Realschule und eine Hauptschule). Von Kochkursen über diverse Sportangebote bis hin zu Bastelworkshops ist alles dabei. Das Shooting findet im jährlichen Wechsel immer an einer der drei Schulen statt. Dieses Jahr war es an der Realschule am Karlsberg. Als Hintergrund für die Porträts wählten wir heuer bunte Schließfächer, die in den Gängen der Realschule stehen. Die Schülerinnen und der Schüler haben sich trotz ihres jungen Alters sehr gut angestellt und es waren nur wenige Aufnahmen nötig bis alles im Kasten war. Nach dem Shooting stehen mir die Youngsters dann immer noch Rede und Antwort bei einem kleinen Interview, das ich dann für die Rückseite der Broschüre in wenigen Worten zusammenfasse. Da die Broschüre erst im September erscheint, darf ich leider noch keine Bilder veröffentlichen, aber die Ergebnisse der vergangenen Jahre seht ihr hier:

Jumelage in Gerabronn
Wenn ich in einem Wort beschreiben müsste, was an diesem Pfingstwochenende allgegenwärtig war, wäre das Wort: Herzlichkeit. Was bedeutet Jumelage? Jumelage ist Französisch und heißt Partnerschaft. Gemeint ist hier eine Städtepartnerschaft. Der Bund zweier Städte/Kommunen, in diesem Fall zwischen der französischen Gemeinde Nouan-le-Fuzelier und der deutschen Stadt Gerabronn. Aber wie genau ist mein Bezug zu Gerabronn? Gerabronn ist ca. 20 km von meiner Heimatstadt Crailsheim entfernt und ich habe dort ziemlich viele gute Freunde. Im Haus von Katja und Daniel aka. „Hotel Muche“ habe ich sogar ein eigenes Zimmer bekommen – wahrscheinlich nur bis Kinder kommen, aber immerhin. Dort durfte ich auch während der Zeit übernachten. Vielen Dank an dieser Stelle, dass ihr mir immer Asyl gebt :-*

Und wie kam es dazu, dass ich an der diesjährigen Jumelage mitgemacht habe? Das war Nicoles Einfluss. Ein paar Leute aus Nicoles Freundeskreis aus Nouan-le-Fuzelier kenne ich schon seit Längerem. Tiffanie, Thibault und Denis kommen ebenfalls fast jedes Jahr an Fasching nach Gerabronn, genau wie ich. Trotz der Sprachbarriere hatten wir uns auf Anhieb gut verstanden, worauf mich Nicole einlud, bei der Jumelage teilzunehmen. Nicole ist im Komitee, das die Treffen organisiert. Deshalb hatte sie den Ablauf Anfang März schon komplett im Kopf. Sie instruierte mich bei einem Abendessen minutiös darüber, wie die Jumlage von statten gehen wird: 

Start Sonntag: Zuerst der Empfang, dann der Museumsbesuch. Anschließend Gaisburger-Marsch-Essen im alten Bahnhof mit Auftritten des gemischten Chors und des Männerchors. Es folgen die Auslosung der Völkerball-Teams und ein gemütlicher Umtrunk. Ich so: Völkerball? Nicole so: Völkerball! Wahrscheinlich macht dann Jeng auf der Bühne noch seinen Tante-aus-Marokko-Tanz. Ich so: Der Jeng macht was? Nicole: den Tante-aus-Marokko-Tanz! Weiter geht’s am Montag bei meinen Eltern auf dem Hof, wir machen Spanferkel. Ich so: Spanferkel? Nicole so: Spanferkel! Danach findet das Völkerballturnier statt. Anschließend ist der Abschlussabend in der Turnhalle, es gibt Buffet und Tanz. Ich so: Aha. Nicole so: ja! Ach so und am Dienstag verabschieden wir die Franzosen am Busbahnhof. Ich so: na gut.

Und so sollte es sein. Aber der Reihe nach: ich war sonntags zuerst noch auf der Taufe von Anna und Wilhelm, die ebenfalls in der Gegend stattfand, weswegen ich erst später im Bahnhof ankam. Genau richtig zum Auftritt des Männerchors der gerade ein Quakquak-Lied zum Besten gab, das alle anwesenden sehr amüsierte. Bei der Auslosung der Völkerballmannschaften hatte ich ziemlich Glück: ich war mit Katharina, Mathilde, Henry, Denis und Yvan im Team – läuft! Danach gab es wie versprochen einen „gemütlichen“ Umtrunk. Bis 4 Uhr morgens. Nicole verabschiedete mich mit den Worten. Dann bis morgen um 10. Ich so: um 10? Nicole so: um 10! Ich so: Aber warum gibt es um 10 schon Spanferkel? Nicole so: Es gibt kein Spanferkel sondern Spießbraten, davor gibt es den Aperitif und zwar um 10. Ich so: na gut. 

Gesagt getan: 10 Uhr bei Nicoles Eltern. Aperitif: Check. Appetizer in Form von Salami, Leberwurst, Obazda und Brot: Check. Dann der angekündigte Hauptgang – zum Glück hatte der Spanferkel-Dude kurzfristig abgesagt. Nicoles Eltern grillten stattdessen köstlichen Spießbraten der auf der Zunge zerging dazu Kartoffelsalat von Oma Traudl – ein Gedicht. Anschließend das Völkerballtournier – gewonnen haben wir leider nicht, höchstens den Preis für den besten Teamspirit, war trotzdem gut. Danach hieß es frischmachen für den Abschlussabend. Nach dem offiziellen Teil mit Reden und Geschenkübergaben die alle auf deutsch bzw. französisch übersetzt wurden, ging es zum gemütlichen Teil über. Das Essen war auch hier hervorragend und die Stimmung super – alles war dabei: Lachen, Tanzen und Gespräche – die (un)freiwilligen Übersetzerinnen und Übersetzer Salomé, Deborah und Steff hatten einiges zu tun. Ich habe mir an diesem Abend sehr viele lustige, schöne aber auch absurde Anekdoten der vergangenen Treffen angehören können. Zum Beispiel wie vor 53 Jahren der damalige Bürgermeister aus Nouan-le-Fuzelier bewaffnet mit einer Kiste Wein ins Auto stieg und die 850 km nach Gerabronn fuhr, um die Partnerschaft einzuläuten, oder wie eine ältere Dame aus Gerabronn ihrer französische Gastfamilie ausschließlich Kekse servierte, weil sie dachte, Franzosen essen nur Kekse.

Während der Jumelage merke ich, dass es für alle Beteiligten eine Herzenssache ist dabei zu sein und es kommt mir so vor, als sei im Speziellen diese Städtepartnerschaft, wie ein großes Familientreffen, bei dem auch ich, als eigentlich Außenstehender, herzlich aufgenommen wurde.

Wie so oft, bedingt durch meinen „Geh’n“defekt, bin ich auch bei diesem Fest einer der Letzen in der Halle und seitdem auch mit dem Bürgermeister von Gerabronn per du. ¯\_(ツ)_/¯

Als ich gerade in mein Feriendomizil „Hotel Muche“ zurück wollte, lud Nicoles Vater noch die Übriggebliebenen zu sich nach Hause ein – wieder ging die Feier in der Garage bis in die Puppen, und wieder verabschiedete mich Nicole mit den Worten: also bis morgen, um 8 am Busbahnhof. Ich so: um 8? Nicole, es ist 4. Nicole so: bis um 8, Dennis.

Um 8 am Busbahnhof trafen sich alle mit noch recht kleinen Augen, umarmten und küssten sich rechts und links auf die Wangen und verabschiedeten sich voneinander. Mir wurde dabei des Öfteren die Frage gestellt, ob ich nächstes Jahr an Pfingsten mit nach Nouan-le-Fuzelier zur Jumelage komme. Ich antwortete stets „Oui.“– zwar unter Vorbehalt – aber mal ehrlich, die Wenigsten wissen was man an Pfingsten eigentlich wirklich feiert – an Pfingsten feiert man Jumelage.

Sommerurlaub – ich hab glaub vergessen wie das geht
Kann man das verlernen? Ich hatte mir jedenfalls fest vorgenommen im Juni zwei Wochen Urlaub zu machen. Leider hatte ich berufsbedingt im Vorfeld nicht wirklich Zeit etwas zu planen, weshalb sich kurz vorher die Frage stellte, wohin die Reise gehen soll. Hat irgendjemand so kurzfristig Zeit? Natürlich nicht. Also alleine. Soll ich weltreisende Freunde auf Sardinien besuchen? Oder zu António nach Kreta? Zu Nathi und Michi in die Schweiz? Zu meinen Amigos nach New York, Berlin oder Bremen? Das war mir dann alles zu kurzfristig. Deswegen bin ich in Stuttgart geblieben. Ratet wer die meiste Zeit – im „Urlaub“ – gearbeitet hat: richtig, ich. Aus zwei Wochen Urlaub wurden 4 Tage Freizeit. Ich war mal Boule spielen, bin in diversen Cafés herumgelungert und war einen Tag auf dem Southside Festival, um eine meiner Lieblingsbands das erste mal live zu sehen: Bloc Party – das wars. Dafür war ich jobtechnisch sehr produktiv: ich habe etwas vorgearbeitet, Konzepte erstellt, war bei zwei Meetings, zwischendrin habe ich noch etwas gebloggt und an einem neuen Businessplan herumgetüftelt (Anfang nächsten Jahres genaueres dazu).

Mein nächster „Urlaub“ steht für Oktober im Kalender, bisher genauso planlos. Mal schauen, vielleicht klappt es ja dieses Mal. ¯\_(ツ)_/¯

Ausblick Juli 2019 
Über folgende Themen berichte ich im Rückblick Juli: 

  • Summer in the City – Stadtfeste en masse. 
  • Präsentation eines besonderen Corporate Designs. 
  • XLETIX Challenge in Tirol.