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Juni 2021

WECHSELBAD DER GEFÜHLE

Ein nervözer Özer, ein ungeduldiger und einer im Glück. Hier lest ihr – zwar reichlich spät im Monat, aber dafür kurz und knackig – was im Juni alles passiert ist.

STUTTGARTERLEBEN – Interview mit dem WDR
Als ich meine erste Story bei Instagram postete war ich schon nervös. Bei diesem Dreh war ich noch viel nervözer – was man beim Anschauen des Interviews wohl auch merkt wenn man mich gut kennt. Aber von vorne:

Anfang des Jahres bekam ich einen Anruf von der Kölner Produktionsfirma M.E.WORKS, die unter anderem auch Beiträge für den WDR macht. Bei ihren Recherchen für das Format „WDR Reisen – Ein Tag in ... mit Lisa Kestel“ stießen sie bei der Vorbereitung für die Stuttgarter Folge auf unsere STUTTGARTERLEBEN-Homepage. Beim ersten Telefonat wurde ich gefragt, ob ich coole Spots in Stuttgart wüsste die auf jeden Fall gezeigt werden müssten, und ob ich interessante Stutttgarter Persönlichkeiten kennen würde, die für ein Interview bereit wären. Ich so: „Na klar!“ Ich fasste alles in einer E-Mail zusammen: meine 8 Top-Spots plus 5 Ersatz-Spots, zudem 5 bekannte Stuttgarter für Interviews sowie meine liebsten Weinstuben. So weit, so gut.

Beim nächsten Telefonat wurde ich gefragt, ob ich die aus Pforzheim stammende Praktikantin an eben diese 8 Top-Spots führen konnte. Ich so: „Na klar!“ Das war im April. Im Anschluss darauf wurde ich per E-Mail kontaktiert, ob ich nicht gerne mit im Video dabei sein würde, um der Moderatorin Lisa Kestel den Marienplatz zu zeigen und im Anschluss darauf mit ihr in die Weinstube Fröhlich auf ein paar Maultaschen und einen Zwiebelrostbraten gehen würde. Ich so: „Na klar!“ Und hier ist das Ergebnis:

Der Umbau fordert meine Geduld heraus
Neulich las ich bei meiner ehemaligen Nebensitzerin Conny auf Facebook, dass ihre Tochter Luisa jetzt Abitur hat – mit einem 1,0-Schnitt. Glückwunsch Luisa! Ich habe zusammen mit Conny die Grafik-Design-Ausbildung absolviert, und kenne Luisa dementsprechend schon seit sie ein kleines Mädchen ist. Damals, sie war ungefähr 4 Jahre alt, hat Luisa etwas zu Conny gesagt, das mir bis heute nicht aus dem Kopf geht: „Mama! Geduld ist eine Zumut.“ Was für ein genialer Satz. Das fehlende „ung“ tut jetzt mal nichts zur Sache, und vielleicht macht diese fehlende Silbe ja auch genau die Genialität dieses Zitats aus. Fakt ist, der Satz entspricht der Wahrheit. Ich habe ja so schon wenig bis keine Geduld und meine Baustelle fordert diese echt gut heraus, sie zieht sich echt wie Kaugummi.

Was bisher geschah:

  • Ein Fallrohr hat ein Leck in der Größe eines Stecknadelkopfes. Hat man nur bemerkt, weil die Küchenoberschränke abgenommen wurden.
  • Stuck ist aufgetaucht, und ich weiß noch immer nicht was ich damit machen soll ... Stand jetzt gibt es eine Abhang-Decke unter der der Stuck wieder verschwindet.
  • Die Fußbodenheizung wird mit Strom betrieben. Ist um die Hälfte günstiger als meine Nachtspeicheröfen die ich bisher hatte.
  • Es gibt Vinylboden statt Parkett. Der Architekt schimpft zwar, aber ich bin echt niemand der Bock hat jedes Jahr seinen Boden einzuölen.
  • Die Wände bleiben alle drin. Heißt: kein Loft-Charakter. Wände zu entfernen ginge zwar, heißt aber, dass eine Kommunikation mit dem Baurechtsamt erforderlich wäre und das heißt wiederrum, dass die Baustelle dieses Jahr keinesfalls fertig werden würde. Ich habe im Februar das Baurechtsamt per E-Mail kontaktiert und warte seither auf die Antwort – bis heute. Vergeblich.
  • Im Schlafzimmer ist Schimmel aufgetaucht. Hinter der Tapete war getrockneter Schimmel versteckt. Da der ja normalerweise durch die Tapete dringt und so sichtbar wird ist er wohl er nicht von mir.
  • Ich habe noch immer keine Angebote der Handwerker. Aber hey, ich warte ja auch erst seit März darauf.
  • Die Fenster sind bestellt und haben 10 statt den üblichen 6 Wochen Lieferzeit. Rohstoffmangel sei Dank.
  • Ich habe vermutlich die teuersten Badezimmer-Armaturen der Welt ausgesucht. Von Steckdosen und Lichtschaltern ganz zu schweigen. Das liegt an meinem Goldhändchen: Ich fasse immer zuerst das teuerste Produkt des ganzen Ladens an – ohne vorher den Preis zu kennen – einfach weil es mir am besten gefällt. Mein Bauleiter sagt: „Guter Geschmack ist halt leider teuer ...“.
  • Ich will eigentlich echt keine Duschwanne, aber nur mit Duschwanne ist garantiert, dass kein Wasser in die Nachbarwohnung nach unten durchsickern kann. Fliesenboden absolut wasserdicht zu verlegen, geht zwar schon auch, aber nicht jeder Fliesenleger beherrscht die richtige Technik. Mal sehen, ob ich kurzfristig noch einen organisieren kann der es drauf hat, oder ob es doch eine Duschwanne wird.

Ich denke das waren alle News. Erst jetzt weiß ich: im Bestand zu renovieren heißt, sich auf sehr viele Kompromisse einlassen zu müssen, die so nicht vorgesehen waren. Nerven aus Drahtseil sind ebenfalls erforderlich. Aber hauptsächlich braucht man Geduld. Viel davon. Aber ich bleibe dabei: „GEDULD IST EINE ZUMUT!“ Hat Luisa schon immer gesagt.

Das „normale Leben“ geht langsam wieder los
Und das ist auch gut so. Der jeweils erste Besuch im Restaurant, der Lieblingsbar oder des Gyms waren schon Highlights des Monats, nach der nun doch sehr langen Durststrecke. Stark in Erinnerung blieb mir der Besuch im Lennart, einer Cocktailbar am Marienplatz. Alle wieder auf einem Haufen zu sehen und nicht nur einzeln war schon besonders und lange überfällig. Gespräche, Lachen, ausgelassene Stimmung und zur Begrüßung umarmen – das hat echt gefehlt. Irgendwie nimmt man die Entbehrungen, die man unlängst hatte viel bewusster wahr und weiß sie nun viel mehr zu schätzen. Wenn jetzt demnächst wieder Lächeln in den Gesichtern zu sehen ist und der Händedruck langsam wieder zurückkehrt bin ich vollends im Glück.

Ausblick Juli 2021
Über folgende Themen berichte ich im Rückblick Juli:

  • Der Businessplan für die ÖZEREI ist fertig
  • Der Lykon Bluttest und OMNi-BiOTiC® 6
  • Corona-Reads