| DÖZ | Rückblick

Oktober 2020

URLAUB. WORLAUB. WORB. WORK.

Eigentlich wollte ich in diesem Rückblick über nichts anderes als meinen Urlaub berichten. Aber aus Urlaub wurde „Worlaub“, wurde „Worb“, wurde „Work“ – also Arbeit. War aber nicht schlimm. Es war sogar gut. Doch lest selbst. 


Urlaub
Klassisch Urlaub machen konnte ich in meinen 4 freien Wochen nur eine Woche. Das hat hauptsächlich einen Grund. Die Pandemie. Das Thema macht mich müde. Nicht nur, dass meine Reisen nach Neuseeland und Japan ins Wasser gefallen sind, die Zahlen sind genau in meiner ersten Urlaubswoche gestiegen. Viele der eigentlichen Ziele auf meiner Deutschlandtour wurden zum Risikogebiet erklärt (Köln, Bremen, Berlin ...), so dass ich einen Tag vor Abreise nochmal alles umschmeißen, und stellenweise absagen musste. Die ursprüngliche 3-wöchige Route wäre gewesen: über einen Stop bei der Burg Eltz nach Köln – Duisburg – Bremen – Langeoog – Hamburg – Berlin – Leipzig mit Tagesausflügen zur Rakotzbrücke im Rhododendronpark Kromlau und nach Dessau ins Bauhaus Museum anschließend zurück nach Stuttgart. Final wurde es dann Duisburg – Hamburg – Bremen, verteilt auf 8 Tage. Klar, sehr viel kürzer, aber schön war’s dennoch.

Ich startete am frühen Samstagmorgen in Richtung Duisburg, um meine Freunde aus dem Ruhrgebiet zu treffen. Sabrina hatte sich etwas Besonderes überlegt. Eine Schimanski-Stadtführung durch Duisburg-Ruhrort, bei der wichtige Eckpunkte der ersten Duisburger Tatort-Folge unter die Lupe genommen wurden. Ich kannte Götz George zwar als Tatort-Kommissar Horst Schimanski, hatte aber die erste Folge von 1981 nie gesehen. Der Stadtführer erzählte die Szenen sehr bildlich, so dass man sich sehr gut hineindenken konnte. Mittlerweile habe ich die Folge gesehen, und es ist natürlich sehr viel cooler, wenn man Hintergrundinfos zu den einzelnen Szenen und den Drehorten hat. Die Führung endete mit einer Currywurst – genau mein Geschmack ... und der von Horst.

Nächste Station des Best-of-Duisburg-Samstag war der Landschaftspark in Duisburg-Nord. Ein altes Industriegelände mit mehreren Stillgelegten Hochöfen die nachts bunt beleuchtet werden. Auch hier ließen wir uns eine Führung geben (eine Fackelführung) und bestiegen einen der Hochöfen. Besonders fand ich, neben den massiven Stahlkonstruktionen und den Lichtinstallationen, das mit 20.000 Kubikmeter Wasser gefüllte Gasometer. Darin findet man eine vielseitige Unterwasserlandschaft mit einem Siffs- und einem Flugzeugwrack, Autos, und einem künstlichen Riff. In dem Tauchbecken trainieren unter anderem Polizei und Feuerwehr für ihre Einsätze, es kann aber auch von Hobbytauchern genutzt werden. Besichtigen konnte man das Gasometer leider nicht, die Erzählung musste reichen. Der Landschaftspark versprüht seinen ganz eigenen Charme. Ich kann es gar nicht richtig in Worte fassen und lasse lieber ein paar Bilder sprechen:

Der Duisburg-Trip endet mit einem Abendessen, bei Bier und Pizza, sowie lange überfälligen Gesprächen mit guten Freunden. Besonderes Augenmerk bei Sabrinas Tagesplanung, galt meinem Appetit. Zitat: „Meine größte Sorge war ... wie bekomm’ ich den Özer satt? ...“ Was soll ich sagen? Sie kennt mich.
 

Am nächsten Tag ging es weiter nach Hamburg. Mein 8. Besuch in der Stadt. Dieses Mal war es anders, ich war beruflich dort. Deshalb sollte es kein normales Hotel und kein Airbnb sein. Nein. Ich wollte in das Hotel Westin in der Elbphilharmonie – Gönnjamin – ich wollte in meiner wenigen Freizeit gut entspannen. Ich wollte 5 Tage lang 5 Sterne. Und so war es auch. Vor der Arbeit war ich immer im Elbgym Innenstadt trainieren – ein mega Fitnessstudio. Im Anschluss darauf arbeitete ich Coworking Spaces, die ich täglich wechselte, um für die ÖZEREI zu recherchieren, Kontakte zu knüpfen, einen Datenschutzvortrag zu besuchen und um an diversen Blogartickeln zu schreiben. Nach der Arbeit traf ich mich mit meinen Hamburger Kontakten, las in der Hotelbar, bingte Serien auf meinem Zimmer oder ließ bei Massagen im Spa-Bereich die Seele baumeln.

An einem Abend konnte ich ein To-Do abhaken, das schon lange auch meiner Liste steht. Ich wollte nicht nur in der Elbphilharmonie unterkommen, sondern auch ein klassisches Konzert im großen Saal sehen. Ich entschied mich für die „Lady Gaga der Barockmusik“: Simone Kermes mit ihrem Programm „Inferno e Paradiso“. Musikalisch begleitet wurde die Sopranistin von den „Amici Veniziani“. Ich hatte mich vorher nicht wirklich mit ihr und dem Programm beschäftigt. Umso überraschter war ich, als sie während des einstündigen Konzerts auch Pop-, Rock- und Schlager-Songs anstimmte. Zum Beispiel „Poker Face“ von Lady Gaga, „Stairway to Heaven“ von Led Zeppelin und „Aber bitte mit Sahne“ von Udo Jürgens. Natürlich waren alle Songs klassisch performt. Die Akustik in der Elphi ist unglaublich, ich habe noch nie etwas Vergleichbares gehört – das war dieses Jahr mein Live-Konzert-Auftakt – spät, aber doch.

Die 5 Tage in Hamburg vergingen wie im Flug – in der Form werde mir das wahrscheinlich kein zweites Mal leisten können, aber die hochpreisige Unterkunft war dieses Jahr mein Geschenk an mich selbst. Als Motivation. Als Belohnung. Und für einen Haken auf der To-Do-Liste.


Auf dem Rückweg sollte Bremen mein letztes Ziel sein. Mein Lieblingsmärchen als Kind war „Die Bremer Stadtmusikanten“ – seitdem wollte ich immer mal dort hin, es hat sich aber nie ergeben. Bis jetzt. Lukas und ich kennen uns seit 2015, vom Sprachurlaub in San Sebastian. Das Ziel: Spanisch lernen. Wir waren in der gleichen Klasse und haben uns auf Anhieb gut verstanden. Seitdem sind wir in Kontakt, und immer wenn wir beim anderen in der Nähe sind, treffen wir uns mindestens auf ein Kaltgetränk.

Die schönsten Reisen sind die, bei denen man einen Ortsansässigen oder Native an der Hand hat, der einem seinen Hood zeigt (übrigens auch unser Ansatz bei STUTTGARTERLEBEN). Und da Lukas nun schon seit ca. einem Jahr in Bremen wohnt und arbeitet, kennt er die Stadt mittlerweile sehr gut – was ich am eigenen Leib erfahren durfte: auch er hat sich ordentlich ins Zeug gelegt, um mir die schönsten Seiten seiner Wahlheimat vorzustellen.

Lukas hatte mir von seinem Arbeitskollegen ein Fahrrad organisiert, um möglichst viel von Bremen zu sehen. Nach einem ausgedehnten Frühstück ging es los. Die Route war sicher zwischen 20 und 30 km lang und ich bin mir ziemlich sicher, dass wir alles besichtigt haben, was Bremen zu bieten hat. Von der Altstadt mit einem Beck’s in der Sonne, anschließend entlang der Weser ins Industriegebiet, über die schönsten Stadtviertel und den ehemaligen Space Park hinaus ins Grüne und zurück ins Zentrum, um im Ratskeller die in Bremen und Umgebung beliebte Delikatesse „Knipp“ (eine angebratene Kochwurst) zu essen und den Tag ausklingen zu lassen. Zurück im Hotel bin ich wie erschlagen von den vielen eindrücken und komme zu dem Schluss: Bremen ist nice – kann man mal machen.


Die restlichen 3 Wochen verbrachte ich Zuhause in Stuttgart, habe Netflix, Amazon Prime und Disney Plus leer geschaut, diverse Restaurants leergegessen und meine liebsten Cafés mit meiner Anwesenheit bespielt.

Echoes of Swing – mein zweites vermutlich letztes Konzert dieses Jahr, besuchte ich kurz vor dem Lockdown. Die Pandemie tut mir an der Stelle wirklich weh, normalerweise bin ich durchschnittlich auf 1 bis 2 Konzerten im Monat. Aber immerhin 2 statt 0.

In meiner letzten Urlaubswoche startete ich meine persönliche Burpee Challenge. Für alle die es nicht kennen: Ein Burpee ist eine Bewegungsabfolge, bestehend aus einem Hock-Streck-Sprung mit einer anschließenden Liegestütze. Davon mache ich täglich 100 Stück, auf jeden Fall mal 4 Wochen lang, wenn der Lockdown länger dauert, vielleicht auch noch länger. Außerdem überlege ich mir zu fasten. So vor Weihnachten vielleicht nicht die schlechteste Idee ...

Auch gearbeitet habe ich an manchen Tagen – weil ich es nicht sein lassen kann. Aber entspannt. Softoffice. Regelmäßiges Mails checken, ein Kundentermin bei der GTÜ und Druckdatenerstellung für 2 Projekte. Ich hatte ein hervorragendes Brainstorming mit Dani über unsere Onlinekurse (bald mehr) und Newsletter-Konzepte, außerdem eine Vorlesung als „GastDÖZent“ an der Hochschule für Kommunikation und Gestaltung über das Thema Selbstständigkeit, und ich bin nach der Recherche in Hamburg ein gutes Stück gedanklich vorangekommen was die ÖZEREI angeht. Ich kann kaum erwarten, mein Coworking-Konzept in die Tat umzusetzen.

Schön, wie schon während dem Urlaub meine Kraft wieder zurückgekommen ist, wenn auch schleichend. Mittlerweile bin ich wieder komplett hergestellt. Ich strotze vor Ideen und bin am 9. November taufrisch ins Büro zurückgehrt. Zum Glück – denn die Auftragsbücher sind dieses Jahr noch prall gefüllt.


Ausblick November 2020 
Über folgende Themen berichte ich im Rückblick November:

  • Volle Auftragsbücher zum Jahresende
  • Fertige Werbemittel von September und Oktober
  • Quarantäne? Lockdown? Mein letzter Blockpost über Corona!