September 2022

NEULAND. AUGENWEIDE. VOLLGAS.

Dieser Blog-Beitrag hat alles! Neuland: Merchandise-Kollektion für das Fränkische Volksfest in Crailsheim. Augenweide: Logogestaltung für einen Barbershop mit Café. Vollgas: Die vergangenen Konzerte Teil II (Lesezeit ca. 7 Minuten)

 

Merchandise für das Fränkische Volksfest in Crailsheim
Mit Caroline Bauer, einer Modedesignerin die ebenfalls aus Crailsheim stammt und in Stuttgart wohnt, erschien im September unsere erste T-Shirt-Kollektion mit zwei unterschiedlichen Styles. Der Anlass: das Fränkische Volksfest in Crailsheim. Lange feilten wir am Design, an der Auswahl der Shirts und einem angemessenen Preis. Das Ergebnis kann sich unserer Ansicht nach sehen lassen: schlicht, zeitlos und lokalpatriotisch, wie (wir ehemaligen) Crailsheimer/-innen sind, natürlich mit dem Stadtgebäck als Motiv – dem Horaff. „Horaff“ ist altdeutsch für „Horn offen“, wenn man sich die W-Form allerdings anschaut könnte man auch vermuten, dass es sich um etwas anderes handelt ... genau ... ein Hinterteil. Die Stadtgeschichte von Crailsheim handelt von der Belagerung der Stadt. Als das Essen fast zur Neige ging, sammelten die Crailsheimerinnen das letzte Mehl und buken daraus besagte Horaffen. Die gut beleibte Gattin des Bürgermeisters warf sie, auf der Stadtmauer sitzend – mit entblößtem Hinterteil – den Belagerern zu, die dann aus Unmut das weite suchten, da die Crailsheimer/-innen augenscheinlich trotz der Belagerung noch immer wohl genährt waren und so viel zu essen hatten, dass sie es sogar noch an den Feind abgeben konnten. So war es – und nicht anders!

Auf der Rückseite des schwarzen T-Shirts ist die Silhouette des „Eilooders“ zu sehen. Das Maskottchen des Fränkischen Volksfests steht alljährlich auf dem Tor das zum Festgelände. Mit der Geste winkt er sinnbildlich die Leute herbei und – lädt sie ein – das Fest zu betreten. Daher der Name Eilooder (Dialekt für „Einlader“).

Caro und ich arbeiten aktuell an der Erweiterung der Kollektion. Für nächstes Jahr wird es zu den Shirts auch noch passende Socken, Beanies und Snapback Caps geben für die das Design schon steht. Aktuell suchen wir nur noch die perfekten Rohlinge, um gute Qualität garantieren zu können. Bald mehr.

 

Logo für einen Barbershop mit Café
Aufmerksame Blog-Leser/-innen kennen ihn schon – Max, meinen Barbier. Seines Zeichens Friseurmeister und Bartexperte. Er eröffnet demnächst seinen eigenen Salon in Stuttgart West: Barberesso. Für die Kombination aus Barbershop und Café wurde ich mit der Logo-Gestaltung beauftragt, hier das Ergebnis:

 

Resümeé – die vergangenen Konzerte, Teil II
Konzertbesuche im September zusammengefasst:

Ed Sheeran am 11.9. im Olympiastadion in München
Das war so gut – jederzeit wieder. Während die bekannteren Songs von ihm meistens ruhig daherkommen, feiert man beim Konzert des Briten dann eine große Party. In unserem Fall mit ca. 77.000 anderen Leuten. Er holt die Leute von Sekunde eins ab. Und damit meine ich: nur er, eine Gitarre und eine Loop Station. Mehr braucht es dafür nicht. Ed reißt die Hütte buchstäblich ab – völlig bodenständige und sympathisch. Meine Begleitung Babs und ich hatten eine echt gute Zeit dort. Wir haben mitgesungen, gezappelt und zum Schluss noch ein Kompliment von einer Konzertbesucherin bekommen: „You guys are really cute dancers!“ Na dann!

Sum 41 und Simple Plan am 20.9. in der Porsche Arena in Stuttgart
Die Vorband Simple Plan startet und ich bin wieder 19 Jahre alt. Sitze in meinem Zimmer in meiner Heimatstadt Crailsheim und träume von der großen weiten Welt, die ich ein Jahr später von Stuttgart aus erkunden sollte. Bis heute. Super emotional, weil Musik Erinnerungen in mir weckt. Immer. Spätestens beim Medley, das die Band zum Schluss spielt, eskaliere ich völlig. Die ausgewählten Songs von anderen Künstler-/innen die in der geleichen Ära ihre Hochphase hatten, treffen meinen Nerv und deckeln den Auftritt der Band, wie es besser nicht gegangen wäre: „All Star“ (Smash Mouth), „Sk8er Boi“ (Avril Lavigne) und „Mr. Brightside“ (The Killers).
Der eigentliche Haupt-Act (Sum 41) interessiert mich dann leider sehr viel weniger. Erwartet hatte ich den rotzigen Skater Punk aus den Anfängen der Band. Gespielt hatten sie aber ihre härteren Songs von späteren Alben, deren Doublebass-Rhythmen mich eine knappe halbe Stunde eher aus der Halle herausgetrommelt haben. Schade, aber Ok. Allein wegen Simple Plan hat es sich mehr als gelohnt.

Peter Bence am 21.9. in der Liederhalle in Stuttgart
Ein weiteres Corona-Leftover von 2020. Ein Klavierkonzert. Peter Bence verwandelt zeitgenössische Popmusik in Klavierstücke – ungewöhnlich und trotzdem erkennt man die Songs schon, wenn er sie anspielt. Um nur ein paar zu nennen „Despacito“ (Luis Fonsi, Daddy Yankee), „Africa“ (TOTO), „Don’t Stop Me Now“ (Queen), „Beat It“ (Michael Jackson) und „Shallow“ (Lady Gaga, Bradley Cooper). Der Beethoven-Saal in der Liederhalle bietet eine optimale Akustik für das Konzert und das Publikum feiert den Künstler ein bisschen mehr, als es in der Location üblich ist – und das natürlich völlig zu Recht. Die Standing Ovations, mit denen Peter Bence verabschiedetet wird, stehen ihm absolut zu.

Jeremy Loops am 25.9. im LKA Longhorn
Das war mega. Völlig unerwartet. Die Vorband war Amistat, Zwillingsbrüder, Singer-Songwriter, sympathisch und entspannt. Kann man sich gut anhören. Anschließend betritt Jeremy Loops die Bühne und performt 3 Songs. Die Stimmung ist gut und die Leute haben Bock. Danach spricht er zu uns. Er muss uns etwas sagen ... er war gerade kurz davor das Konzert zu canceln. Eine gute Freundin von ihm sei eben bei einem Haiangriff ums Leben gekommen. Die Konzertbesucher/-innen stehen unter Schock. Meine Begleiterin Ali und ich ebenfalls. Vereinzelt gehen Hände nach oben und formen mit Daumen und Zeigefinger ein Herzen. Jeremy spricht weiter und sagt, dass er Haiangriffe immer für unwahrscheinlich gehalten hat – von einem Blitzschlag getötet zu werden sei realistischer. Er dachte an seine verunglückte Freundin und wie sie ihn tadeln würde, wenn er wegen ihr das Konzert abgesagt hätte. Weswegen er es nicht tat, und stattdessen im Anschluss an seine Worte Vollgas gab. Sein Publikum erfüllte seine Bitte, an diesem Abend etwas lauter mitzusingen, energischer zu klatschen und eine besonders gute Zeit zu haben, um ihm Energie zu geben, den Auftritt trotz Trauer um den Verlust einer geliebten Person zu überstehen. Ein weiterer Konzertmoment den ich nie vergessen werde. Zudem musikalisch grandios, energiegeladen und auf du-und-du mit seinem Publikum. Ich habe Jeremy Loops definitiv nicht zum letzten Mal live gesehen.

Jules Ahoi am 26.9. im Wizemann in Stuttgart
Einen Tag später war ich bei Jules Ahoi. Auch ein sehr schönes Konzert, allerdings mit vielen ruhigeren Songs die auf dem neuen Album zu hören sind. Erst gegen Ende kommen die älteren, flotteren Stücke die mir wesentlich besser gefallen. Jules Ahoi kann man machen. An einem Montagabend. Und an anderen Wochentagen ebenfalls.

Ausblick Oktober 2022
Über folgende Themen berichte ich im Rückblick Oktober:

  • Oui, Paris
  • BW-entdecken
  • Resümeé – die vergangenen Konzerte, Teil III