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September 2019

ZEIT VERGEHT. YOLO BESTEHT.

Das tut weh. Und zwar alles. Die Zeit rast. Man wird alt und fühlt sich noch älter. Ein Jahr das viel zu schnell verging, ein hartes Party-Wochenende und völlig überflüssiger Haarausfall – wenn ihr die Leiden des jungen Özers lesen wollt, hier stehen sie.

1 Jahr AUSLÖZER-Blog: was sich verändert hat und wie es weitergeht.
Das ging schnell. Mehr als ein Jahr ist schon um, seit ich meinen ersten Blogbeitrag veröffentlichte. Bloggen ist schon gut. Ich werde heute oft auf meine Artikel angesprochen und über Google Analytics kann ich sehen, dass meine Leserzahl stetig steigt. Das fühlt sich gut an. Die neue Optik des Blogs, die Artikel-Sortierfunktion sowie das Responsive Design erfüllen ebenfalls ihren Zweck: die mobilen Nutzer (Smartphone) sind seither um 25 % gestiegen. Als nächstes wird nun noch eine Kommentarfunktion für den Blog eingeführt, um direkt unter den Blogartikeln kommentieren zu können. Auch mein 6-Finger-Adlerklauen-Schreibsystem läuft flüssiger und mein Schreibstil formt sich langsam aber sicher von Schachtelsätzen zu gut lesbaren kraftvollen und knackigen Aussagen.

Und sonst so? Ab nächsen Monat nehme ich an einem einjährigen Web-Seminar (Webinar) teil, um meinen Schreibstil noch weiter zu optimieren. Ziel des Webinars ist es außerdem, ein E-Book zu schreiben und ein eigenes Webinar auf die Beine zu stellen. Was meine Themen für E-Book und Webinar sein werden weiß ich noch nicht. Ganz in den Sternen steht es allerdings auch nicht. Es wird um Grafik Design für BeginnerZ gehen. Oder so. Spannend wird, wie ich das neben dem Tagesgeschäft abwickeln werde. 10 Extrastunden pro Woche werden dafür benötigt. Keith Haring sagte einmal: „Ich wünschte, ich müsste nicht schlafen!“ Vielleicht ist das eine Lösung. Mehr über das Webinar das E-Book und den ganzen Rest? Bald.

 

Fränkisches Volksfest in Crailsheim – ein Pflichttermin.
Ein ungeschriebenes Gesetz für alle in Crailsheim geborenen lautet: „Am Volksfest ist man in der Heimat!“. Und so packte auch ich meine 7 Sachen und zog los in meine Heimatstadt zum wichtigsten und schönsten Fest der Crailsheimer. Hier mein Ablauf des Fränkischen Volksfests 2019:

Donnerstag.
Nach einem kurzen Abstecher zum Bio Biss (ein Essens-/Getränkestand) gehen Britta, Nadine, Evelio und ich los zum politischen Abend ins Engelzelt. Der Sprecher ist dieses Mal Armin Laschet von der CDU. Warum es ausnahmslos jedes Jahr ein Sprecher von der CDU ist kann mir keiner so recht beantworten. Zu seinem Vortrag sei kurz gesagt, dass ich seine Meinung nicht teile. Gar nicht. Anschließender Absacker im Look. Nadine ist müde und möchte nicht bis 0.00 Uhr warten, um in ihren Geburtstag reinzufeiern. Sie und Evelio suchen das Weite. Britta muss Freitag arbeiten, und geht ebenfalls nach Hause. Ich trinke einen 2. Absacker in der 7180-Bar. Der besten Bar. Dort sind noch einige Bekannte. Nach einem kleinen Bier gehe auch ich in die Kiste um Kraft für die Folgetage zu tanken.

Freitag.
16.00 Uhr Rinderbraten bei Lüdtke (köstlich) und Nadines Geburtstag (happy Birthaday). 18.00 Uhr wir machen uns auf zum Fest und sammeln uns alle an Heidis Treff, weil wir alle aus unterschiedlichen Richtungen kommen. Um 20.00 Uhr kommen die restlichen der Rinderbraten-Gang und wir beschließen ungewöhnlicher Weise nicht ins Zelt zu gehen, sondern dort zu bleiben wo wir sind. Nachdem die Runde lichter wird verlaufe ich mich bewusst zur alternativen Ecke des Festes und feiere bis ca. 2 Uhr morgen zum Set von Kellox, der wirklich einen schweren Job hat, indem er in die Fußstapfen von Marchetti aka. Seniore M treten muss, der dieses Jahr wohl Pause macht statt dort aufzulegen. Aber Kellox rockt es.

Samstag.
Keine Fanfaren der Bürgerwache bzw. der Stadtkapelle die jedes Jahr Volksfestsamstag und -sonntag um 7.30 Uhr vorm Haus meiner Eltern halten, um den Bürgermeister mit Blasmusik zu wecken. Der neue Bürgermeiste wohnt leider wo anders. Ausschlafen? Nein. Um 10 Uhr geht’s los: Weißwurstfrühstück bei Elli und Martin. Ausgelassene Stimmung und nette Leute, auch die, die ich nicht kenne. Um 12 geht’s von dort aus weiter zum „Tanz auf der Langen Straße“. Der Optiker Götz sorgt für Bewirtung und Musik. Außerdem gibt es essen und Getränke von der Hoffmanns Cafebar, vom Zentrum, vom Fässle und von der 7180-Bar, bei der ich die meiste Zeit rumhänge. Ein richtiges Bermudadreieck die Ecke. Einmal drin kommt man nichtmehr raus. Um 18 Uhr geht es dennoch auf den Festplatz. Ich schließe mich Freunden beim Radballerstand an, suche aber schon relativ zeitig das Weite und bin unglaublich platt. Der Pendelbus bringt mich um kurz nach 12 nach Hause.  

Sonntag.
Auch heute keine Marschmusik um 7.30 Uhr, stattdessen der Wecker und dann ab zum Festzug mit einer Einsicht: Um chillens Willen! Wär ich nur im Bett geblieben. Der Umzug der Crailsheimer Schulen langweilt mich noch ein bissen mehr als gewöhnlich und ich verschwinde erneut in die 7180-Bar zum Weißwurstfrühstück. Um 13 Uhr spielt vor dem Optiker Götz die Rockabilly/Country Band Red fat CAT, die wie immer ordentlich liefert. Um 14 Uhr startet Nadines Geburtstagsfeier die sie wegen des Rinderbraten-Freitags auf Sonntag gelegt hat. Es gibt Maultaschen und Kartoffelsalat und ich sehe während des Schwabendinners auch die restlichen Pappenheimer, die ich bisher noch nicht zu Gesicht bekommen habe. Auch heute landen wir nur schnell im Zelt, um uns Peter Wackel anzuschauen. Wir brechen frühzeitig ab, fahren Polyp und essen Schaschlik. Ein sehr gutes Schaschlik, an einem Stand, der optisch nicht besonders viel hermacht, dessen Essen aber fantastisch schmeckt. Danach startet das Höhen-Brillantfeuerwerk. Ehrlichgesagt halte ich persönlich Feuerwerk für ziemlich überflüssig. Aber vielen Crailsheimern gefällt’s und es gehört zum Volksfest wie Tonic zu Gin. Danach pilgern wir zum Bio Biss. Heute ist die Tanzfläche leer. Ich nehme mir ein Taxi. Morgen ist der letzte Tag.

Montag.
Nach alter Tradition gehe ich mit meinen Eltern im Zelt essen. Dieses Jahr sind wir allerdings nicht nur zu dritt. Am Vortag hatten Babs, Nadine, Evelio, Katja und Daniel gefragt, ob sie dazu kommen können. Na klar, warum nicht! Stefanie Hertel tritt auf. Katja und ich kommen nicht aus dem Augenrollen raus. Alle übrigen lassen es über sich ergehen. Und meine Eltern? Denen gefällt’s. Vielleicht bin ich einfach nicht die Zielgruppe. Schlager ist mir einfach zu kitschig. Es fallen Sätze wie: „Meine Dirndl Rocker-Band und ich haben uns schon soooooo auf Crailsheim gefreut.“ Und anderes Gewäsch, das ich ihr einfach nicht abnehme. Aber eines muss ich sagen, es scheint Steffi schon auch etwas Spaß zu machen und den Leuten ebenfalls. Als sie den uns unbekannten Song „Runter vom Sofa und ab in den Wald“ anstimmt, brechen wir weg vor Lachen. Überhaupt sind alle Texte sehr gefühlsüberladen und mit sehr vielen Na-na-nas und La-la-las ausgeschmückt. Ich will schreien. Da das Essen gegessen ist, ziehen wir gesammelt von Dannen. Nadine und Evelio fahren durch Stuttgart und setzen mich dort ab. Daheim angekommen packe ich aus, falle ins Bett und schlafe bis zum nächsten Tag.

Es war schön. Aber auch viel. Aber schön. Ich freue mich auf nächstes Jahr und bin gleichzeitig froh, dass es um ist, das Fränkische Volksfest 2019.

 

Glatzenalarm – Hilfe, ich bin in der Mauser.
Begonnen hat es ca. 2016. Mir selbst ist es erst nicht aufgefallen, aber Marcel schon. Wir waren gerade zusammen im Urlaub mit Babs und Samantha. In Rom. Ich hatte gerade geduscht, Marcel war nach mir dran. Er war ungefähr eine Sekunde im Bad, kam gleich wieder heraus und fragte: „Hat da gerade jemand seinen Hund abgeduscht?“ Ich so: „Warum?“ Marcel so: „Wegen den Haaren.“ Ich so: „Wo sind da Haare?“ Marcel so: „WO SIND DA HAARE?!“

Zugegeben, da waren sauviele Haare, die ich alle beseitigte. Das mit dem Haarverlust ging dann so weiter und lief so nebenher. 2 Jahre habe ich mir nicht sehr viel dabei gedacht. Bis eine leichte Platte zu erkennen war, die ein anderer Freund von mir, Flo, dezent vor versammelter Mannschaft bemerkte: „ÖZER, KRIEGST DU DÜNNES HAAR?“ in einer Lautstärke, dass ein Bilderrahmen an der Wand anfing zu wackeln und runterfiel (Übertreibung +30 %). Die Menschentraube an Freunden die plötzlich hinter mir stand war dadurch vorprogrammiert. Jo da war er dann mein persönlicher Dancefloor, wie ich meine angehende Tonsur getauft habe.

Zuerst war ich ein bisschen geschockt. Schließlich hat mir schon seit jeher jede Friseurin und jeder Friseur (immer ungefragt, und vor allem seit ich über 30 war) versichert, dass wenn man so dichtes, dickes Haar hat, die Chancen sehr gut stehen, dass man von Haarausfall verschont bleibt – Trugschluss. Auch, dass Haarausfall nur jede 2. Generation weitervererbt wird – völliger Quatsch. Und dass die Haarsituation beim Opa mütterlicherseits für die eigene Haarpracht entscheidend ist – auch Bullshit. Mittlerweile gehe ich offen mit dem Problem um. Jedoch nicht so offen, dass der Dancefloor für jeden sichtbar ist. Momentan verdeckt ein Man Bun die (fast) kahle Stelle. Männerdutts sind glücklicherweise gerade in Mode. Erbärmlich? Vielleicht. Mir aber egal.

Ich also zum Dermatologen. Der so: „Jo, erbbedingt ... hat der Vater noch Deckhaar? Nope? Dann Glückwunsch: erbbedingt.“

Mit einem Rezept für Minoxidil-Lösung und einer Infobroschüre über eine sogenannte PRP-Therapie (Blutplasma-Therapie, PRP = Plättchen Reiches Plasma) gehe ich wieder nach Hause.

Nach einem einjährigen Ausflug mit 4 relativ kostspieligen Produkten auf natürlicher Basis (Powercocktail, Restorate und HairPlus oral/topical von FitLine, ca. 150 €/Monat), die zwar gut geholfen haben, mir aber nach Reduzierung auf nur 2 Produkte (HairPlus oral/topical) alle neuen Haare wieder ausgefallen sind, habe ich mich entschlossen, die PRP-Therapie zu beginnen. Auch nicht günstig, dafür wohl langanhaltend. Langzeitstudien gibt es meines Wissens noch nicht.

Mittwoch: 2 Stellen am Kopf werden rasiert um das Haarwachstum innerhalb von 3 Tagen zu analysieren. Die rasierten Stellen werden fotografiert.

Freitag früh: Die rasierten Stellen werden erneut fotografiert. Ergebnis der Analyse: das Haarwachstum, das eigentlich bei über 70 % sein sollte, liegt bei knapp über 50 %. Anschließend beginnt die Therapie. Mir wird Blut abgenommen. Ab in die Zentrifuge, um das Blutplasma zu extrahieren. Und dann? Mit einer Art Pistole wird mir über den Kopf vom Haaransatz bis zur Tonsur gefahren. Die Pistole injiziert nähmachinenartig im Millimeterabstand und im Sekundentakt mein Blutplasma in die Kopfhaut. Am Haaransatz und an den Schläfen ist es unangenehm aber auszuhalten. Am restlichen Kopf spürt man dafür kaum etwas. Trotzdem denke ich: nur noch ein Jahr – alle 4 Wochen. Autsch. Ich werde berichten.

Ausblick Oktober 2019 
Über folgende Themen berichte ich im Rückblick Oktober: 

  • Die neue Bar und ein besonderes Corporate Design.
  • SEEED-Konzert in Stuttgart.
  • Zu Gast beim Gmund Unfolded Festival.