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Re-Gnose 2021

WILL WIEDER TANZEN BRUDER, TANZEN!!

Der Satz stammt nicht von mir, sondern von einem Freund. Trotzdem ist er schon jetzt mein Motto für 2021 und das in allen Bereichen – denn – 2020 war ursprünglich vollgepresst mit Events, Seminaren, Konzerten, Festivals und Hochzeiten. De facto hat dieses Jahr für mich also nicht stattgefunden. Deshalb gibt statt einem Rückblick eine Re-Gnose. Was genau das ist und wie ich durchs Jahr 2021 tanzen werde steht hier: 


Was ist eine Re-Gnose
Der Trend- und Zukunftsforscher Matthias Horx hat den Begriff der „Re-Gnose“ eingeführt. In seinem Artikel „Die Welt nach Corona“ beschreibt er, wie sich Wirtschaft, Kultur, technischer und medizinischer Fortschritt, sowie die Stimmung und Gesinnung der Gesellschaft veränderten – Er benutzt dafür einen in der Zukunftsforschung bekannten Ansatz, das „Backcasting“, sozusagen eine Rückwärtsprognose. Der Artikel wurde im März 2020 veröffentlicht, ist aber aus der Sicht von Herbst 2020 geschrieben. Nicht alles darin ist eingetroffen, aber ein Großteil dessen – wirklich sehr lesenswert, schon damals im März und auch noch heute.

Da das „Backcasting“, ein strategisches Planungsinstrument ist, das unter anderem auch in der Wirtschaft anklang findet, sehe ich es als perfekte Herausforderung meine eigene Re-Gnose für 2021 zu erstellen. Ich springe in diesem Blogpost also gedanklich in die Zukunft, bis zum 31.12.2021, und analysiere alle meine Vorhaben nacheinander, um meinem beruflichen und privaten Zukunftsbeben einen bewussten Motivationsschub(s) zu geben, sodass mein gewünschter Zufriedenheitszustand bis Ende 2021 erreicht werden kann. Ein Wunschzettel für Erwachsene? Vielleicht, aber 2021 wird mind-blowing! Ich weiß es! Und wenn die Zeit für ein neues Zukunftsbewusstsein reif ist, dann doch wohl genau jetzt. Los, los, los!


Wildes Jahresende – mit Square Dance
Es ist der 31.12.2021 Ich sitze bei meinen Eltern am Küchentisch und trinke Kaffee aus dem neuen Kaffeeservice, das ich meinen Eltern (samt passendem Geschirrset) zu ihren Geburtstagen geschenkt hatte. „Brauchen wir nicht!“ haben sie gesagt. „Zu teuer!“ hat die Mutter geschimpft. War mir aber egal. Da Essen seit ich denken kann immer eine große Rolle in meiner Familie gespielt hat, kann man das auch mit gutem Geschirr zelebrieren – ja, auch täglich.

In 5 Stunden geht die Silvesterfeier los. Ein verrücktes Motto haben wir uns dieses Jahr ausgedacht: Sil-WESTERN. Inklusive Kostümen und allem drum und dran. Vom großen Freundeskreis haben eigentlich alle zugesagt. Jeder freut sich darauf, da der letzte Jahreswechsel eher bescheiden und intim stattfand – wird epic!


Ruhe und Kraft – mit Contemporary Dance
Unglaublich, wie die aufgezwungene, aber auch wohltuende und notwendige Ruhe, die man ab März 2020 einhalten sollte, nun komplett im vergangenen 2021 weiterbestand. Die Verschwörungs-Dummheit, der Klopapier-Egoismus und die Impf-Angst der Leute war zu Beginn des Jahres schon fast vergessen. Die Pandemie endete zuerst in den Köpfen der Bevölkerung, ehe die Infektion im Spätherbst 2021 durch die Impfung und Arzneimittel als medizinisch wesentlich unbedenklicher eingestuft, ja, sogar als fast ausgemerzt galt. Durch die damit erzeugte Herdenimmunität war Reisen nach und nach wieder wie gewohnt möglich. Die angeschafften Alltagsmasken verschwanden aus den Gesichtern und es wurde wieder um die Wette gestrahlt. Für mich persönlich eine Erleichterung. Nicht nur wegen meines Bartes, den ich fortan wieder uneingeschränkt und vor allem unzerzaust ausführen konnte, nein, auch weil ein herzerfrischendes Lächeln, ein Lachen, meiner Gegenüber mir viel mehr gibt, als jede andere Gesichtsregung.

Ebenso ging es mir mit dem wieder eingeführten Händedruck, der für mich vor allem im Beruflichen sehr viel mehr Aussagekraft hat, als 1.000 schöne Worte. Einen ganz bestimmten Händedruck hatte ich jedoch nichtmehr gespürt, denn dieser ist seit Weihnachten 2020 einer Umarmung gewichen. Meine toughe Tante Carola ist seit vielen Jahren im Familienbetrieb tätig. Dementsprechend ist sie nicht auf dem Mund gefallen und Meisterin darin, die Balance zwischen beruflich-professioneller Distanz und charismatisch-augenzwinkernder Herzlichkeit zu behalten. Ich kann mich nicht erinnern, wann sie mich das letzte Mal vor besagtem Weihnachtsfest umarmt hatte. Es war glaub einfach nicht ihr Ding. Und obwohl sie den perfekten Händedruck echt drauf hat, nehme ich auch gerne die neue Umarmung entgegen. Im Freundeskreis war „sich drücken“ ebenfalls seit Februar wieder gang und gäbe. Anfangs länger und fester als gewohnt, später im Jahr dann wieder wie üblich, aber mit einer ganz anderen Wertschätzung.

Durch die vielen Enttäuschungen die Corona mit sich brachte, weil man gefühlt viel dünnhäutiger war und die Zündschnur einfach kürzer als sonst, konnte ich auch im Privaten zwischenmenschlich einiges dazulernen. Ich habe gelernt, nichtmehr so nachtragend zu sein und wurde auch etwas besser im Vergeben. Nicht viel, aber ein Bisschen. Das emotionale Auf und Ab von 2020 glich damals an manchen Tagen einem Gefühlschaos zwischen unzumutbarer Ruhe und überschüssiger Kraft, die nicht entweichen konnte. Dieses Chaos wandelte sich heuer zu einem harmonischen Ausdruckstanz mit ganz ähnlichen, aber förderlichen Elementen: kanalisierte Gelassenheit und Entfaltung persönlicher Stärke.


Perfekter Workflow – mit Floss Dance
Einen solch fließenden Jahresübergang gab es in meiner Selbstständigkeit noch nie. Meinen Bestandskunden, die mich gut durch 2020 begleiteten und Umsatzeinbrüche mit neuen Jobs abfederten, sei Dank. Fortlaufende Projekte von November und Dezember, sowie rechtzeitig angekündigte Neuaufträge, sorgten bei mir für viel Motivation und Tatendrang – Energie hoch 10 sozusagen. Die wiederkehrenden Projekte, wie Kundeninformationen und Magazine, liefen das ganze Jahr normal durch und mir gelang es zudem ein weiteres, regelmäßig erscheinendes Magazin als Kunden zu gewinnen. Darauf hatte ich schon länger hingearbeitet, und es freute mich umso mehr, als der Zuschlag ins Haus flatterte.


Kernsanierung von Heim und Haar – mit Boogie-Woogie
Manchmal dauern Vorhaben länger als geplant. Nachdem ich mir schon vor 3 Jahren geschworen hatte, nicht noch einen weiteren Winter mit meinen Nachtspeicheröfen zu fristen, und die Ausbaupläne vom Architekten meines Vertrauens Mitte Januar schon so gut wie fertig waren, beschloss ich Nägel mit Köpfen zu machen. Weil wir schon lange befreundet sind, hatte Chris meinen Geschmack nach nur wenigen Entwürfen zielsicher getroffen. Es konnte losgehen mit der Kernsanierung. Trockenbauer, Installateur, Elektriker und Schreiner waren schnell gefunden. Mit Basti, genannt „Schreiner“ bin ich ebenfalls schon lange gut befreundet. Er grummelte etwas, als ich die Baustelle schneller als ursprünglich geplant (2025) anmeldete, sagte aber dennoch zu. Bis Ende April waren bereits alle wichtigen Handwerker- und Banktermine getätigt, Förderungen und Finanzierung beantragt und der Baustart für Spätsommer in die Wege geleitet. Nach 2-monatiger Renovierungsphase, in denen ich zwischenzeitlich bei Eltern und Freunden unterkommen konnte, war die Wohnung zum Loft geworden und wieder Bezugsbereit. Einer der besten Momente des Jahres war, als ich zu Beginn der kalten Jahreszeit die langersehnte Fußbodenheizung in Betrieb nahm, mir einen Kaffee machte und mich auf genau das Sofa setzte, das ich mir schon ewig kaufen wollte – „endlich daheim“, dachte ich.

Soviel zu „Heim“. Aber auch zum „Haar“ gibt es Neuigkeiten. Ich habe mich einer Haartransplantation unterzogen. Als mit 34 ohne Vorwarnung mein Haupthaar rasant dünner wurde, unterzog ich mich unterschiedlichen Behandlungen, wie der PRP-Therapie und einer Nahrungsmittelergänzung, über die ich schon in Monatsrückblicken berichtete. Die Nahrungsergänzung half zwar ganz gut und man sah fast keine kahle Stelle mehr am Hinterkopf, allerdings half sie nicht gegen den immer weiter nach hinten wandernden Haaransatz und war mit ca. 135 €/Monat eine teure Angelegenheit. Auf Dauer gesehen war also eine Haartransplantation die günstigere und einzig langanhaltende Möglichkeit für volles Kopfhaar. War es schmerzhaft? Etwas. War es teuer? Oh ja! Aber zufrieden bin ich allemal. Mein „Dancefloor“, wie ich die angehende Tonsur nannte, ist nun Vergangenheit und aus meiner inneren Stimmungs-Jukebox erklang beim Gedanken an die Haarsituation wieder energetischer Boogie statt dem traurigem Blues der vergangenen vier Jahre.


Der Business Boost – mit Shuffle
Seit Ende Februar lag der Businessplan für die ÖZEREI fix und fertig bereit und wartete darauf in Aktion zu treten. Diverse Gespräche mit Gatronom*innen, der Kreativförderung und dem Kulturamt wurden über das Jahr verteilt geführt und einige städtische Gebäude besichtigt. Im Frühjahr besuchte ich das New Work Festival BIG & GROWING in München, holte mir dort wichtigen Input für mein Vorhaben und knüpfte weitere Kontakte. Panta Rhei – alles fließt – und die ÖZEREI wird langsam aber sicher konkret. Ich gehe davon aus, bis Mitte 2022 eröffnen zu können und kann es kaum erwarten, viele meiner Leidenschaften – von Arbeit, über Kaffee und Konzerte, bis hin zu Weiterbildungsmöglichkeiten – unter einem Dach zu vereinen.


Anhaltendes Urlaubschaos – mit Schuhplattler
Da auch dieses Jahr die Urlaubssituation nach wie vor schwierig war, man nicht recht planen konnte und deshalb eher spontan agieren musste, rückten meine Pläne für Japan und Neuseeland in noch weitere Ferne. Am Jahresanfang setzte ich mir allerdings diverse Ziele auf die ich hinarbeiten konnte – und dazu gehörte auch Urlaub. Nach einem Telefonat mit meinem Cousin Roman, war die einzig logische Konsequenz, um meinem Fernweh Abhilfe zu schaffen, der Kauf eines Autos. Roman ist Kfz-Mechatroniker-Meister und fängt meine geballte Inkompetenz in Sachen Auto-Know-how schon seit ich den Führerschein habe auf (Funfact: er ist um einiges jünger als ich). Weil seit Jahren gewohnt und den preislichen, sowie meinen anderen Ansprüchen entsprechend, wurde es am Ende ein 2er Golf. Der goldene 2er Golf meines Vaters stand zwar zur Verfügung, jedoch war er meiner Meinung nach nichtmehr für längere Strecken geeignet. Das ausgesuchte VW-Modell sollte nur temporär in meinem Besitz sein, preiswert zu erwerben und auch mal für längere Zeit sorgenfrei in Stuttgart-West am Straßenrand stehen gelassen werden können. Es war also optimal für meine Vorhaben geeignet, zudem zuverlässig und günstig im Unterhalt – was will man mehr? Alltagskomfort (Klimaanlage, Sitzheizung, ...) brauche ich beim Fahren nicht. Durch mein neues Gefährt konnte ich spontane Roadtrips nach Leipzig, Straßburg, Österreich sowie München unternehmen und sogar der Schuhplattler-Kurs, den wir Daniel 2018 zum Geburtstag geschenkt hatten, konnte im späten Frühjahr endlich stattfinden.


Die langersehnte Muche-Hochzeit – mit Paartanz
Nach zweimaliger Absage waren, schlussendlich und altbekannt, alle guten Dinge drei. Nach Daniels wildem Junggesellenabschied den ich kurz vor knapp noch organisiert bekam, war das schöne Sommerfest die Kirsche auf der Sahne. Ein wundervolles, emotionales, fulminantes, temperamentvolles, ausuferndes, traumhaftes Fest das seinesgleichen suchte mit Lachen, Freudentränen, Herzlichkeit, Gesang, Tanz, Gastfreundschaft und guter Stimmung bis in die Morgenstunden, das allen noch sehr lange in Erinnerung bleiben wird – Brautleute happy, Gäste happy und am Ende war alles sehr viel besser als nur gut.


Steter Markenausbau – mit Stepptanz
Es waren nur kleine, aber dafür viele, schnelle Taps die mich bei meinen Sekundär-Projekten antrieben. Beim Arbeiten daran erzeugten genau diese kleinen Schritte in meinem Kopf einen harmonischen Rhythmus, um gedanklich ein gutes Stück weiterzukommen. Erste Ideen hatten sich gefestigt, wurden erweitert und warten seither auf ihre Umsetzung. Meine Gedanken galten in freien Minuten unter anderem der Erstellung des GRÖZER-Webinars, bei dem Klein- und Mittelstandsunternehmen ein professioneller und zeitgemäßer Außenauftritt gelehrt wird und einem eigenen AUSLÖZER- bzw. ÖZEREI-Magazin das bald halbjährig erscheinen soll.

Zwei kleinere Nebenprojekte für STUTTGARTERLEBEN konnte ich erfolgreich umsetzen: Die Produktion eines Reliefmagneten aus Metall, den ich ebenfalls in unterschiedlichen Souvenir-Shops platzieren konnte, sowie die Einführung gebrandeter Mehrwegsektgläser, um dem Nachhaltigkeitsgedanken zukünftig auch in den Goody Bags der Tour-Teilnehmer*innen zu verfolgen.


Erreichte Trainingsziele – mit Breakdance
Nachdem Anfang März die Fitnessstudios wieder geöffnet hatten, war ich Feuer und Flamme endlich wieder mit dem gewohnten Training zu beginnen. Mit noch nie dagewesener Euphorie und der bis dahin lange verschwundenen Energie war ich nahezu täglich im Gym. Mit Erfolg. Meine Trainigsziele hatte ich bis Winter gut erreicht: Moin Muskelaufbau – Ciao Corona-Pfunde. Zudem hatte ich endlich gelernt, einen freien Handstand einige Sekunden zu halten – ohne mir etwas zu brechen, auch wenn es ab und zu danach aussah.


Festivals und Konzerte – mit Pogo
Als sich nach Ende des ersten Quartals abzeichnete, dass auch dieses Jahr keine Live-Bands vor großen Menschenmengen auftreten werden, war das zwar ernüchternd und schade, aber auch irgendwie schon absehbar gewesen. Deswegen die Bitte an 2022: rock mich hart! Und zwar auf den Festivals und den vielen Konzerten, die schon jetzt fix im Kalender stehen. Ob ich dann nicht schon viel zu alt für solche Sperenzchen bin? Vielleicht – aber ab 2022 lauten meine neue Leitsätze dann eben „young at heart“ und „age is just a number“ statt „dafür bin ich jetzt zu alt“.


Ausblick 2021
In freudiger Erwartung stehen – finally – diese Highlights bevor:

  • Die Gunst schöner Bayerinnen gewinnen – Schuhplattler-Kurs am Schliersee
  • Das schönste Konzert des Jahres
  • Japan – AUSLÖZER zu Besuch im Land der aufgehenden Sonne
  • Mein erstes Webinar: Der Schreibclan